Notfalltherapie

tucan

Kurzinfo & Tipps

  • Aufgrund der vielfältigen unterschiedlichen Symptome die im Rahmen einer Malaria auftreten können, kann die Diagnose "Malaria" weder sicher gestellt noch ausgeschlossen werden. Dies ist nur möglich durch den Nachweis der Malariaerreger im Blut.
  • Die Zeit zwischen Einreise ins Malariagebiet und einer möglichen Malariaerkrankung beträgt mindestens 5 Tage (sog. Inkubationszeit).
  • Jedes unklare Fieber ab dem 6. Tag nach erstmaligen Betreten eines Malariagebietes und auch lange Zeit nach Rückkehr ist solange verdächtig auf Malaria, bis das Gegenteil erwiesen ist (DTG).
  • Durch eine medikamentöse Malariavorbeugung kann die Malaria nicht vollständig ausgeschlossen werden. D.h. Fieber im Rahmen einer Malaria kann durch die Chemoprophylaxe zunächst unterdrückt werden, so dass nur ein leichter Temperaturanstieg bemerkbar ist.
  • Nach einer notfallmäßigen Selbstbehandlung ist eine ärztliche Kontrolluntersuchung unbedingt erforderlich.
Malaria, Tabletten, Notfall iStock/mevans

Wie erkenne ich eine Malaria ?

Typische Malariasymptome sind Fieber, Krankheitsgefühl, Kopf und Gliederschmerzen, Schüttelfrost u.a.m. Grundsätzlich gilt, dass es nahezu keine Beschwerden gibt die nicht auch im Rahmen einer Malariainfektion auftreten können. Daher kann jedes Krankheitszeichen während und nach Aufenthalt in einem Malariagebiet ein erster Hinweis auf eine Malaria sein. Durch diese Schwierigkeit der Diagnosestellung, die aufgrund der vielfältigen unterschiedlichen Symptome, die im Rahmen einer Malaria auftreten können besteht, kann die Diagnose "Malaria" weder sicher gestellt noch ausgeschlossen werden. Dies ist nur möglich durch den Nachweis der Malariaerreger im Blut. Die Zeit zwischen Einreise ins Malariagebiet und einer möglichen Malariaerkrankung beträgt mindestens 5 Tage (sog. Inkubationszeit). Jedes unklare Fieber in den Tropen ab dem 6. Tag nach erstmaligen Betreten eines Malariagebietes und auch lange Zeit nach Rückkehr ist solange verdächtig auf Malaria, bis das Gegenteil erwiesen ist (DTG). Zu bedenken ist auch, dass durch eine medikamentöse Malariavorbeugung die Malaria nicht vollständig ausgeschlossen werden kann und das Fieber durch die Chemoprophylaxe zunächst auch unterdrückt werden kann, so dass nur ein leichter Temperaturanstieg zu bemerken ist. Eine erhöhte Wachsamkeit ist wichtig, denn jede Malaria ist heilbar, sofern sie rechtzeitig erkannt und behandelt wird.


Wann wird das Notfall-Medikament eingenommen?

Bei Verdacht auf Malaria sollte umgehend ein Arzt bzw. eine medizinische Hilfe aufgesucht werden. Nur wenn kein Arzt innerhalb von 24 Stunden nach Beginn der malariaverdächtigen Beschwerden erreichbar ist, sollte eine Selbstbehandlung durchgeführt werden, wenn keine Gegenanzeigen vorliegen (Beipackzettel genau durchlesen!).


Was muss nach der Medikamenteneinnahme beachtet werden?

Auch lange Zeit nach Rückkehr, bis zu einem Jahr nach Aufenthalt in einem Malariagebiet - ist eine Malariaerkrankung nicht auszuschließen. Dem behandelnden Arzt müssen immer Hinweise auf vorangegangene Aufenthalte in Malariagebiete gegeben werden. Nach einer notfallmäßigen Selbstbehandlung ist eine ärztliche Kontrolluntersuchung unbedingt erforderlich!


Wie wird das Notfall-Medikament eingenommen?

Atovaquon/Proguanil
Erwachsene (ab 40 kg): Je 4 Tabletten als Einzeldosis an drei aufeinanderfolgenden Tagen
Bei Kindern: Dosierung nach Körpergewicht beachten!
Der Hersteller empfiehlt die Tabletten mit einer Mahlzeit, insbesondere mit Milch zur Verbesserung der Resorption einzunehmen.
Anwendungs- und Dosierungshinweise des Herstellers im Beipackzettel beachten! 

Artemether/Lumefantrin
Erwachsene (ab 35 kg): 4 Tabletten als Einmaldosis initial, nach 8 Stunden weitere 4 Tabletten. Dann 2x tägl. je 4 Tabletten an Tag 2 und 3 (d.h. insgesamt 24 Tabletten)
Bei Kindern: Dosierung nach Körpergewicht beachten!
Anwendungs- und Dosierungshinweise des Herstellers im Beipackzettel beachten! 

Chloroquin
Die Dosierung für Erwachsene ist abhängig vom jeweiligen Handelspräperat. Daher unbedingt die Anwendungs- und Dosierungshinweise des Herstellers im Beipackzettel beachten! 
Grundsätzlich wird empfohlen zum Therapiebeginn mit 10 mg/kg Körpergewicht Chloroquin-Base (max. 600 mg Base); 6 Stunden nach Therapiebeginn 5 mg/kg Körpergewicht Chloroquin-Base; 24 Stunden nach Therapiebeginn 5 mg/kg Körpergewicht Chloroquin-Base; 48 Stunden nach Therapiebeginn 5 mg/kg Körpergewicht Chloroquin-Base (max. jeweils 300mg Base, maximale Gesamtdosis 1.500 mg Base).

Mefloquin
Aufgrund des Nebenwirkungsprofils und der vorhandenen Alternativen wird es von der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG) nicht mehr zur Notfallselbsttherapie empfohlen. Eine Ausnahme bilden schwangere Reisende! Die Dosierung ist dem Beipackzettel zu entnehmen. Schwangere sollten auf Reisen in Malariagebiete verzichten. Sollte eine Reise dennoch unumgänglich sein, ist rechtzeitig vor der Abreise eine ärztliche Beratung dringend empfohlen.