Was ist die Malaria?

tucan
  • Malaria wird durch Parasiten (sog. Plasmodien) verursacht.
  • Eine Malaria tropica (Falciparum Malaria) ist lebensgefährlich und kann tödlich enden.
  • In Deutschland wurden 2015 mehr als 1.000 Reisende mit einer Malaria diagnostiziert.
  • Zwei deutsche Touristen starben 2015 an einer Malaria nach ihren Afrikareisen.
  • Jede Malaria ist heilbar, wenn sie frühzeitig behandelt wird.
  • Es gibt keinen absolut sicheren Schutz vor Malaria - aber viele Möglichkeiten das Erkrankungsrisiko zu senken.
Malaria, Blutausstrich, P. falciparum iStock/Marwani22 Die Malaria wird durch Parasiten (sog. Plasmodien) verursacht. Die Schwere der Erkrankung wird zum einen durch die Parasitenart, zum anderen über die Menge der Parasiten im Blut, bestimmt. Es gibt unterschiedliche Malariaformen. Man unterscheidet die milden Formen der "Malaria tertiana" und "Malaria quartana" von der lebensgefährlichen Form der "Malaria tropica". Nach Infektion durch die Malariaerreger kann es im Zeitraum von 5 Tagen bis zu einem Jahr zum Ausbruch der Erkrankung kommen. Die Beschwerden der Malaria können sehr unterschiedlich ausfallen. Grundsätzlich gibt es kaum Beschwerden, die nicht im Rahmen einer Malariaerkrankung auftreten könnten. Charakteristischerweise tritt ein hohes Fieber meist gemeinsam mit Kopfschmerzen, Schwäche, Schüttelfrost und Gliederschmerzen auf. Theoretisch tritt das Fieber bei der Malaria tropica täglich, bei der Malaria tertiana jeden zweiten Tag (d.h. an den Tagen 1, 3 usw., daher die Bezeichnung "tertiana - dreitägig"), bei der seltenen Malaria quartana jeden dritten Tag (Tage 1, 4 usw., daher die Bezeichnung "quartana - viertägig") auf. Im weiteren Verlauf kann es bei der gefährlichen Form der Malaria innerhalb von Stunden zu Komplikationen kommen, die unbehandelt zum Tod führen können.

An eine Malaria sollte immer gedacht werden, wenn ein Reiserückkehrer aus einem Malariagebiet mit Fieber erkrankt.

Da bei der Malaria tertiana und quartana nur ungefähr 1% der roten Blutkörperchen von den Erregern befallen werden, verläuft das Krankheitsbild bei diesen Formen nicht so schwer. Nachdem hingegen bei der Malaria tropica bis zu 80% der roten Blutkörperchen befallen sein können, kommt es hier häufig zu schweren Krankheitsbildern und auch zum Tod. Eine Behandlung zum schnellst möglichen Zeitpunkt entscheidet über die Heilungschancen. 

Grundsätzlich ist jede Malaria heilbar, sofern eine Therapie rechtzeitig begonnen wurde.

Bei Malariaverdacht sollte unbedingt sofort ein Arzt oder medizinische Hilfe aufgesucht werden. Ist dies aufgrund der Reiseumstände nicht möglich, sollte eine guter Mückenschutz selbstständig durchgeführt werden. Nach einer erfolgten notfallmäßigen Selbstbehandlung sollte immer sobald als möglich ein Arzt zur vollständigen Abklärung aufgesucht werden.

Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO, Malaria Fact sheet, March 2013) erkrankten im Jahr 2010 rund 219 Millionen Menschen weltweit an Malaria (die Dunkelziffer liegt nach Schätzungen zwischen 154-289 Mio.). Die Zahl der geschätzten Todesfälle lag bei 660.000 (Dunkelziffer 490.000-836.000). Damit konnte die Zahl der Todesfälle seit dem Jahr 2000 weltweit um 25% gesenkt werden. 80% aller Todesfälle treten in 14 Ländern und 80% der Erkrankungsfälle in 17 Ländern auf. 

Ungefähr die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in Malaria-Risikogebieten. Die meisten Malariaerkrankungen und -todesfälle treten in Afrika südlich der Sahara auf. Weitere Risikogebiete liegen in Asien, Lateinamerika und ein geringer Teil im Mittleren Osten und Europa. Im Jahr 2011 wurde eine Malaria-Übertragung in 99 Ländern registriert. 

Auch deutschen Reisende erkranken alljährlich an Malaria, meistens weil keine ausreichende Malaria-Chemoprophylaxe in Hochrisikogebieten durchgeführt wird. Die meisten Malariaerkrankungen bei Reisenden (mehr als 90%) werden im tropischen Afrika (v.a. Nigeria, Ghana, Eritrea, Togo, Kamerun, Kenia, Tansania und Uganda) erworben. Außerhalb Afrikas wurden des Weiteren v.a. aus Pakistan Malaria-Fälle importiert. In 80% der gemeldeten Fälle wurde eine Malaria tropica, an zweiter Stelle wurde eine Malaria tertiana und am seltensten eine Malaria quartana diagnostiziert. Zahl der importierten Malariafälle in Deutschland 2015: 1068 (2 Todesfälle); 2014: 1.011.

Übertragung

Die Übertragung der Malariaerreger erfolgt in erster Linie über die dämmerungs- und nachtaktive Anopheles-Mücke.

Schutz

Es gibt noch keinen absolut sicheren Schutz vor Malaria! Die konsequente Einhaltung und Durchführung verschiedener Schutzmaßnahmen ermöglichen jedoch eine wesentliche Verminderung des Infektionsrisikos. Zu dieser Vorbeugung gehören: Gute Mückenschutzmaßnahmen, sowie - je nach Risiko - eine Malaria-Notfallmedikation oder Malaria-Chemoprophylaxe.