28. Aug 2021

Australien: Hepatitis A durch Datteln aus Jordanien

Datteln iStock / barmalini

Die Gesundheitsbehörde von New South Wales (NSW) hat drei Hepatitis A-Infektionen im Zusammenhang mit aus Jordanien eingeführten Datteln gemeldet. Der Virusstamm ist identisch mit demjenigen, der bereits zu Beginn des Jahres im Vereinigten Königreich zu einem Ausbruch von Hepatitis A durch frische Medjool-Datteln aus Jordanien geführt hatte. In diesem Zusammenhang erkrankten mindestens 30 Personen in verschiedenen Teilen Englands an Hepatitis A. Die Altersspanne reichte von 6 bis 93 Jahre. Mindestens 25 Personen mussten im Krankenhaus behandelt werden. Die Datteln wurden bereits von verschiedenen Lebensmittelgeschäften zurückgerufen. Die lokalen Gesundheitsbehörden empfehlen den Verbrauchern, die Jordan River Datteln gekauft haben, das Produkt nicht mehr zu verzehren. Die betroffenen Artikel - Jordan River Dates in 1-Kilogramm- und 5-Kilogramm-Packungen mit einem Verfallsdatum im Juni 2022 - tragen die Chargennummer JRD 1/2021. Personen, die frische Medjool-Datteln dieser Marke verzehrt haben, sollten auf Beschwerden die im Zusammenhang einer Hepatitis A auftreten können, achten und beim Auftreten von Symptomen so früh wie möglich einen Arzt aufsuchen.

In Ländern mit erhöhtem Hepatitis A-Vorkommen können Lebensmittel verunreinigt sein - auch Importware

Hepatitis A-Viren können eine Vielzahl von Lebensmitteln kontaminieren, entweder durch abwasserverschmutztes Wasser oder direkt durch eine infizierte Person die bei der Verarbeitung mit den Lebensmitteln in unmittelbaren Kontakt gekommen ist. Die Viren sind relativ umweltresistent und können über längere Zeit vermehrungsfähig bleiben. So wurde die Übertragung von Hepatitis-A-Viren sogar über Gefrierobst (z. B. Beeren) oder Trockengemüse (z. B. getrocknete Tomaten) beobachtet. Auch bei Muscheln kann ein hoher Durchseuchungsgrad mit Hepatitis-A-Viren bestehen. Selbst das Kochen oder Grillen von Muscheln kann Hepatitis-A-Viren nicht sicher abtöten. Das italienische Gesundheitsinstitut in Rom hat mehrere traditionelle Zubereitungsarten von Meeresfrüchten untersucht und nachgewiesen, dass mit Hepatitis-A-Viren infizierte Muscheln und Schalentiere auch nach dem Kochen noch infektiös sein können. Zudem besteht ein Hepatitis A-Übertragungsrisiko vor allem bei Gerichten mit rohem Fisch (z. B. Sushi) oder rohem Gemüse (z. B. Salat) das durch Fäkalien gedüngt oder mit verunreinigtem Wasser gewaschen wurde.

Eine Impfung schützt vor Hepatitis A

Die Hepatitis A ist weltweit verbreitet. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt die Anzahl der Hepatitis-A-Erkrankungen global auf 1,4 Mio. pro Jahr. Ein Risiko besteht vor allem bei Fernreisen in tropische Länder, aber auch bei "nahen" Zielen wie den Mittelmeerländern und Osteuropa. Das Hepatitis-A-Übertragungsrisiko unterliegt regionalen Schwankungen und richtet sich oft nach den Hygienestandards in der Region bzw. im Land. In Regionen mit niedrigem Hygienestandard besteht meist ein erhöhtes Übertragungsrisiko. Ein Schutz vor Hepatitis A besteht durch eine sorgfältige Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene sowie durch Impfung. Eine Schutzimpfung ist kurzfristig vor Reiseantritt möglich. Aufgrund der langen Inkubationszeit (ca. 15-50 Tage) und dem schnellen Aufbau des Impfschutzes (12-15 Tage) kann die Impfung auch noch kurz vor der Abreise (z.B. bei „Last-Minute-Reisen“) verabreicht werden. Nach 6 Monaten erfolgt die zweite Impfung. Damit wird der Langzeitschutz erreicht und die Grundimmunisierung ist vollständig abgeschlossen. Eine Impfung ist Reisenden empfohlen, bei Reisen in Risikogebiete und für Risikopersonen d.h. Personen, die ein Risiko haben, besonders schwer zu erkranken.