3. Mrz 2022

Australien: Warnung vor Japanischer Enzephalitis

Australien (1) iStock / naruedom

Die Gesundheitsbehörden von New South Wales im Südosten Australiens warnen aktuell vor Japanischer Enzephalitis (JE). Das JE-Virus wurde in Schweinen an fünf unterschiedlichen Orten in den südlichen und westlichen Regionen des Bundesstaates nachgewiesen. Die Behörden nehmen daher an, dass das Virus wahrscheinlich bereits in Mückenpopulation zirkuliert. Überträgermücken können das Virus vom Schwein auf den Menschen übertragen. Die Behörden raten daher zu guten Mückenschutzmaßnahmen. Der Bundesstaat Victoria grenzt im Norden an New South Wales. Auch hier warnen die Gesundheitsbehörden derzeit vor Japanischer Enzephalitis. In der Hafenstadt Echuca am Murray River als auch in Grenzgebieten zu New South Wales und im Süden von Victoria wurde das JE-Virus ebenfalls in Schweinen nachgewiesen. Auch hier wird angenommen, dass sich das Virus bereits in Mückenpopulationen verbreitet hat. So wurden in Echuca bereits JE-Viren in Überträgermücken gefunden. Die Behörden berichten, dass obgleich gegenwärtig noch keine menschlichen Erkrankungsfälle der Japanischen Enzephalitis aufgetreten sind, bereits einzelne Fälle von Enzephalitis (Entzündung des Gehirns) im Bundesstaat verzeichnet wurden. Zu den Personen, die am meisten gefährdet sind, sich mit JEV anzustecken, gehören Personen, die in den betroffenen Regionen arbeiten, sowie Menschen, die mit Schweinen in Kontakt kommen, und Personen, die in Regionen, in denen das Virus nachgewiesen wurde, campen oder sich im Freien aufhalten. Anscheinend sind auch im nordöstlichen Bundesstaat Queensland in Schweinen JE-Viren festgestellt worden. 

Reisende in Risikogebiete sollten sich schützen 

Die Gesundheitsbehörden von Victoria richteten daher am 25.2.2022 in einem Appell an die Bewohner und Besucher der Grenzgebiete zwischen Victoria und New South Wales die Empfehlung gute Mückenschutzmaßnahmen durchzuführen. Ebenso sollte man sich zu Japanischer Enzephalitis informieren um im Falle einer Infektion frühzeitige Beschwerden erkennen zu können. Reisende, vor allem Rucksack-Reisende in ländlichen Gebieten sind durch die lebensgefährliche Viruserkrankung gefährdet, insbesondere wenn sie sich in der Nähe von Bauernhöfen mit Schweinen aufhalten. Bei Reisen in Risikogebiete oder auch bei Reisen mit Übernachtungen in ländlichen Regionen der Risikogebiete sollte eine Schutzimpfung erwogen werden. Neben dem Impfschutz sind sorgfältige Mückenschutzmaßnahmen Tag und Nacht durchzuführen.

Japanische Enzephalitis tritt vor allem in Asien auf

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt jährlich 68.000 JE-Fälle, darunter ungefähr 17.000 Todesfälle. Insbesondere betroffen sind China, Indien, Sri Lanka, Nepal, Vietnam, die Philippinen und Nord-Thailand. In Südostasien und dem Westpazifischem Raum sind 24 Länder von einem permanenten Übertragungsrisiko der Japanischen Enzephalitis betroffen. Die Erkrankung wird durch Mücken übertragen und stellt in Asien eine der häufigsten viralen Gehirnentzündungen dar. Ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf besteht u.a. während der Schwangerschaft, im höheren Alter oder auch bei fehlender Immunität. Kommt es zu einem schweren Verlauf so versterben ca. ein Drittel der Patienten, während 30-50% der Überlebenden anhaltende neurologische und psychiatrische Schäden hat (z.B. motorische, kognitive und/oder sprachliche Defizite oder Krampfanfälle). Eine spezifische Behandlung gegen Japanische Enzephalitis gibt es nicht.