3. Dez 2022

Bangladesch: Landesweiter Dengue Fieber-Ausbruch

Gelbfiebermücke, Aedes aegypti, Zebramücke iStock/teptong

Zwischen dem 1. Januar und dem 20. November 2022 meldete das Ministerium für Gesundheit und Familienwohlfahrt (MOHFW) in Bangladesch insgesamt 52.807 Dengue-Fälle, darunter 230 Todesfälle. Dies ist die zweithöchste jährliche Zahl von Fällen seit dem Jahr 2000. Die höchste Zahl an Dengue Fieber-Erkrankungen wurde 2019 verzeichnet, als 101.354 Fälle, darunter 164 Todesfälle, gemeldet wurden. Der aktuelle Dengue-Ausbruch ist in seinem Ausmaß und seiner Saisonalität ungewöhnlich. Die hohe Zahl der Dengue-Fälle in diesem Jahr führen die Behörden auf die ungewöhnlich hohen Niederschlagsmengen seit Juni 2022 zurück, die mit hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit einhergingen und zu einem Anstieg der Mückenpopulation in ganz Bangladesch führten. Betroffen sind alle Landesteile von Bangladesch. Am stärksten betroffen ist die Verwaltungseinheit (Division) von Dhaka mit 70,6 % der erfassten Fälle und 60,4 % der Todesfälle. Dhaka City, die größte Stadt Bangladeschs, die in der zentral gelegenen Verwaltungseinheit Dhaka liegt, meldete 64,5 % (n= 34 071) der Gesamtfälle. Weitere betroffene Gebiete sind die Verwaltungseinheiten Chattogram (Chittagong) im Südosten und die Division Khulna im Südenwesten.

Klimaveränderungen fördern die Ausbreitung von Dengue Fieber

Dengue wurde erstmals in den 1960er Jahren in Bangladesch (damals Ostpakistan) nachgewiesen und war als "Dacca-Fieber" bekannt. Durch die Ausbreitung der sog. Aedes aegypti-Mücke vor allem auch in der Stadt ist Dengue Fieber in Bangladesch endemisch geworden. Die Zunahme der Dengue-Fälle seit 2010 scheint mit den regionalen Niederschlägen in den Monaten Mai bis September zusammenzuhängen und fällt mit den höheren Umgebungstemperaturen zusammen. Die klimatischen Bedingungen in Bangladesch werden für die Übertragung von Dengue-Fieber und anderen durch Vektoren übertragenen Krankheiten wie Malaria und Chikungunya immer günstiger, was auf übermäßige Regenfälle, Staunässe, Überschwemmungen, Temperaturanstiege und die ungewöhnlichen Verschiebungen der traditionellen Jahreszeiten im Land zurückzuführen ist.

Guter Mückenschutz ist wichtig

Dengue Fieber-Viren werden durch Mücken übertragen. Auch Reisende können erkranken. Es gibt keine spezifische Behandlung gegen Dengue-Fieber. Die rechtzeitige Erkennung von Fällen, das rechtzeitige Erkennen von Warnzeichen einer schweren Dengue-Infektion sind jedoch Schlüsselelemente einer frühzeitigen unterstützenden Behandlung, um Komplikation und Tod zu verhindern. Die Überträgermücken sind tag- und nachtaktiv. Reisenden wird daher empfohlen, sorgfältige Mückenschutzmaßnahmen durchzuführen (Hautbedeckende Kleidung, Mückennetze, Mückenabweisende Cremes, Lotionen, Sprays, Räucherspiralen, Coils, etc). Die Zahl der Infektionskrankheiten, die durch Mücken übertragen werden nimmt während der Regenzeit häufig zu. Die Gesundheitsbehörden und die WHO informieren, dass bei Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sofort medizinische Hilfe aufgesucht werden soll, da aufgrund der aktuellen Lage nur durch weiterführende medizinische Untersuchungen festgestellt werden kann, ob es sich bei den Fieberbeschwerden um Dengue Fieber, COVID-19, Chikungunya Fieber oder eine virale Grippe handelt. Rechtzeitig vor der Reise ist eine aufklärende reisemedizinische Beratung sinnvoll, um über vorbeugende Schutzmaßnahmen – wie Impfungen und Verhaltensregeln zur Senkung des Übertragungsrisikos - informiert zu werden.