26. Aug 2021

China: Pest in Ordos

Murmeltier iStock / Alexey Kartsev

Die Gesundheitsbehörden von Ningxia im Nordwesten der Volksrepublik China bestätigten einen Fall von Beulenpest in der Stadt Yinchuan, der aus der nordchinesischen Autonomen Region Innere Mongolei eingeschleppt wurde. Bei dem Erkrankten handelt es sich um einen 55-Jährigen aus der Stadt Ordos im Südwesten des Autonomen Gebietes der Inneren Mongolei im mittleren Norden. Der Patient erkrankte in Ordos an Beulenpest und ist in einem kritischen gesundheitlichen Zustand. Er wird im Krankenhaus der Medizinischen Universität Ningxia in Yinchuan behandelt. Vorsichtsmaßnahmen wurden in dem betroffenen Gebiet und der umliegenden Region getroffen, um weiteren Erkrankungen vorzubeugen.

Personen aßen Murmeltierflesch und verstarben

Die Pest in einigen Gebieten Chinas und der Mongolei endemisch. Durch infizierte Murmeltiere bzw. deren Flöhe können die Pesterreger den Menschen infizieren. In den vergangenen Jahren erkrankten in China und der Mongolei immer wieder einzelne Personen an Beulenpest nachdem sie Murmeltierfleisch gegessen hatten; einige Infizierte starben. Die Pestbakterien kommen in wild lebenden Murmeltierarten vor, die als natürliches Reservoire des Pestbakteriums infiziert werden. Obwohl die Übertragung des Pestbakteriums durch den Verzehr von infizierten Murmeltierfleisch beschrieben wurde, ist es jedoch wahrscheinlicher, dass die Beulenpestfälle durch den Stich infizierter Flöhe übertragen wurden. Die WHO beschreibt die Beulenpest als eine bakterielle Krankheit, die durch Flöhe verbreitet wird, die auf wilden Nagetieren wie Murmeltieren leben. In weniger als 24 Stunden kann ein Erwachsener an der Infektion versterben, wenn die Erkrankung nicht rechtzeitig behandelt wird.

Reisende haben nur ein sehr geringes Infektionsrisiko

Grundsätzlich besteht für Reisende nur in absoluten Ausnahmefällen ein Infektionsrisiko, wobei Trekking-Reisende oder Hiker in  Risikogebieten ein höheres Infektionsrisiko haben. Dieses kann v. a. durch Aufenthalte in ländlichen Gebieten in denen aktuell Pestfälle vorkommen, gegeben sein. Meist sind diese Regionen jedoch touristisch nicht erschlossen und die Reisen finden unter einfachsten Bedingungen statt. In der Region von Ordos wird daher empfohlen, sich von kranken und toten Nagetieren fernzuhalten. Zudem ist es wichtig, da die Pest in einzelnen Regionen der Inneren Mongolei unter wilden Nagetieren immer wieder vereinzelt gefunden wird, allgemeine Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten. Das bedeutet keine wilden Tiere zu füttern oder zu berühren und sich vor und während der Wanderungen mit einem Insektenschutzmittel zum Schutz vor Flöhen einzuschmieren.