15. Aug 2020

Deutschland: Rund 200 Menschen ertrunken

Badesee iStock /Ian Redding

Nach Aussage der Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ist die Zahl der Unfalltoten durch Ertrinken sehr wetterabhängig, da an schönen und warmen Sommertagen mehr Menschen die Abkühlung in Gewässern suchen. So sind in diesem Jahr alleine in den ersten sieben Monaten nach Angaben der DLRG mindestens 192 Menschen ertrunken. In den beiden Sommermonaten Juni und Juli ertranken 99 Personen. Die meisten ertranken in Gewässern   Bayerns, gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.

Viele ertrinken in Flüssen und Seen

Rund 90% aller Unfälle ereignen sich in Binnengewässern, vor allem an den ungesicherten Badestellen. Die meisten ertrinken in Flüssen, gefolgt von Seen und Teichen. Eine kleinere Anzahl ertrinkt in Bächen, Gräben, Kanälen, Hafenbecken und Swimmingpools. In der Nord- und Ostsee ertranken im Vergleich zu den Binnengewässern eher weniger Personen; Zehn Ertrinkungsopfer wurden dort in diesem Jahr gezählt.  Hauptgründe für das Ertrinken liegen laut DLRG, häufig am Baden an unbewachten Stränden, am Alkohol, sowie am Leichtsinn oder der Selbstüberschätzung. Das DLRG konnte jedoch keinen Anstieg der Ertrinkungsfälle durch vollere Küstenabschnitte und Binnengewässer im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie feststellen.

Die meisten Ertrinkungsunfälle ereignen sich in den Monaten Juni, Juli und August

Im vergangenen Jahr starben in Deutschland 417 Menschen durch Ertrinken, davon rund 87% in Binnengewässern wie Flüsse, Seen und Kanäle. Das Ertrinken in diesen Gewässern ist dadurch begünstigt, dass die Gewässer im Vergleich zu Küstengewässern und Schwimmbädern durch Wasserretter weniger bewacht sind. Aufgrund der Schönwetterlage ereigneten sich die meisten Ertrinkungsunfälle in den Monaten Juni, Juli und August. In den Küstengebieten zwischen Borkum und Usedom ertranken 23 Menschen, ein Großteil beim beim Segeln oder Angeln. Kinder und junge Menschen sind häufiger vom Ertrinkungstod betroffen, was nicht selten auf eine mangelnde Schwimmfähigkeit zurückzuführen ist.

Nicht alleine Schwimmen gehen und nicht zu lange im Wasser bleiben

Um weiterhin gegen diese traurige Bilanz der Badeunfälle anzukämpfen, veröffentlichte die DLRG die wichtigen Sicherheitsregeln in 25 Sprachen. Grundsätzlich rät die DLRG nicht alleine schwimmen zu gehen und nicht zu lange im Wasser zu bleiben. Denn wer alleine badet, dem kann bei einem Unfall niemand helfen oder Hilfe holen. Die meisten Badeunfälle sind vermeidbar. Badeurlauber, Surfer und Kiter können die wichtigsten Tipps und Verhaltensregeln bei der DLRG beziehen.