6. Mrz 2021

Deutschland zählt fünf neue FSME-Risikogebiete

FSME-2021 TopNEWS interMEDIS / Pechel

Die durch Zecken übertragbare Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) tritt in vielen Regionen Deutschlands auf, insbesondere in Bayern und Baden-Württemberg, aber auch in Südhessen, Saarland, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen. Seit diesem Jahr zählt das Robert Koch-Institut fünf weitere FSME-Risikogebiete in Deutschland zu den Bestehenden hinzu. Zu den neuen Risikogebieten zählen der LK Dillingen a. d. Donau in Bayern, der LK Fulda in Hessen, der LK Mittelsachsen in Sachsen, der LK Weimarer Land in Thüringen und der Stadtkreis Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt. Damit sind es nun aktuell 169 Kreise die in Deutschland als FSME-Risikogebiete gelten. Die meisten FSME-Risikoregionen liegen nachwievor in Bayern und Baden-Württemberg, gefolgt von Südhessen, südöstliches Thüringen und Sachsen. Zudem befinden sich einzelne Risikogebiete in Mittelhessen (Landkreis Marburg-Biedenkopf), im Saarland (LK Saar-Pfalz-Kreis), in Rheinland-Pfalz (LK Birkenfeld), in Niedersachsen (LK Emsland) und nun auch im Stadtkreis Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt. Die beiden nördlichsten Risiko-Gebiete sind der Landkreis Emsland in Niedersachsen und der Stadtkreis Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt. 

Neuer  Höchstwert  in Deutschland erreicht: 704 FSME-Erkrankungen 

Im vergangenen Jahr wurden 704 FSME-Erkrankungen gezählt. Damit wurde ein  neuer  Höchstwert  in Deutschland erreicht, denn es handelt sich dabei um die bislang höchste Anzahl an Erkrankungen innerhalb Deutschlands seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 2001. Die große Mehrheit der gemeldeten FSME-Erkrankten (98 %) war gar nicht oder nur unzureichend geimpft was bedeutet, dass entweder die Grundimmunisierung unvollständig war oder Auffrischimpfungen fehlten. Dieses Ergebnis deutet darauf hin, dass ein Großteil der FSME-Erkrankungen durch Steigerung der Impfquoten, insbesondere in den FSME-Risikogebieten mit hohem Krankheitsaufkommen, hätte verhindert werden können. Wie in den Vorjahren wurden auch in anderen Bundesländern Deutschlands vereinzelte FSME-Erkrankungen beobachtet, die nicht als FSME-Risikogebiete gelten. Das bedeutet, dass während der Zeckensaison überall in Deutschland und bei entsprechenden Beschwerden auch immer an eine FSME gedacht werden sollte. 

Schutzimpfung in Risikogebieten empfohlen 

Als  FSME-Risikogebiete bezeichnet das RKI Gebiete, in denen ein Erkrankungsrisiko für Personen mit Zeckenexposition besteht, welches nach Meinung der Experten vorbeugende Maßnahmen, wie die Schutzimpfung, begründet. Eine FSME-Impfung wird von der STIKO daher allen Personen empfohlen die in FSME-Risikogebieten zeckenexponiert sind. Dazu gehören neben bestimmten Berufsgruppen wie Waldarbeitern und Personen der Landwirtschaft auch Freizeitausflügler und Bewohner in den Risikogebieten die sich oft in der freien Natur oder im Garten aufhalten; denn die meisten Zeckenstiche werden in der Freizeit erworben. Allerdings sind die Impfquoten in den Risikogebieten weiterhin gering, vor allem bei Personen im Alter über 60 Jahre, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben. Ab einem Alter von 40 Jahren steigt das Risiko einer FSME-Erkrankung deutlich an und tritt bei Männern häufiger auf als bei Frauen. Bei über der Hälfte der 2020 gemeldeten FSME-Fälle wurden neurologische Ausfälle, eine Meningitis oder Enzephalitis festgestellt. Eine Erkrankte verstarb.