23. Okt 2014

Ebola: Nahezu 10.000 Erkrankungen in Westafrika

Ebola Westafrika 2 Die Zahl der Ebola-Fälle in Westafrika steigt weiter an. Nahezu 10.000 Fälle wurden seit Beginn des Ausbruchs berichtet – darunter 4.877 Todesfälle. Erkrankungs-, Verdachts- und Todesfälle werden derzeit aus fünf Ländern berichtet: Guinea, Liberia, Sierra Leone, sowie Spanien und USA. Aus Senegal und Nigeria die zunächst ebenfalls betroffenen waren, wurden bislang keine weiteren Fälle mehr gemeldet. Daher wurde der Ausbruch in beiden Ländern am 17. Oktober von der WHO als beendet eingestuft. In Guinea, Liberia und Sierra Leone hingegen persistiert die Virusausbreitung und lässt die Zahl der Infizierten immer weiter ansteigen. In Liberia und Sierra Leone werden landesweit nahezu aus allen Distrikten Ebola-Fälle berichtet. In Guinea wird vergleichsweise dazu eine geringere Ausbreitung beobachtet. Die höchsten Übertragungsraten finden sich immer noch in den Städten. Von einer Unterfassung der Fälle wird weiterhin ausgegangen, insbesondere in der Hauptstadt Liberias, Monrovia.

Noch 42 Tage bis Spanien als Ebola-Frei deklariert werden kann

In den USA und in Spanien stehen immer noch Kontaktpersonen unter Beobachtung. Am 21. Oktober zeigte der einzige Patient der in Spanien an Ebola erkrankt war, zum zweiten Mal keine Erreger mehr bei der Blutuntersuchung. 42 Tage nach diesem zweiten negativen Testergebnis wird Spanien, sofern kein weiterer Ebola-Fall auftritt, wieder als Ebola-frei deklariert werden. In Deutschland informiert das Robert Koch-Institut vorsorglich über Maßnahmen die bei Ebola-Verdacht erfolgen müssen auf seiner Website.

Ebola behindert die Versorgung anderer Krankheiten

Aufgrund der steigenden Fallzahlen appellierten die Deutschen Gesellschaften für Tropenmedizin (DTG), für Epidemiologie (DGEpi) und für Public Health (DGPH) am 21. Oktober in einer gemeinsamen Erklärung für ein stärkeres und nachhaltiges Engagement Deutschlands. Die Experten der Gesellschaften weisen daraufhin, dass aufgrund der starken Ausbreitung der Erkrankung in den Ländern, die Versorgung anderer Krankheiten kaum noch möglich ist. Außerdem besteht die Gefahr der Ausbreitung der lebensgefährlichen Infektionskrankheit in die Nachbarländer, insbesondere die Elfenbeinküste und Ghana. Sie fordern daher die Bundesregierung auf, mehr finanzielle und logistische Unterstützung für die aktuell am schwersten betroffenen Länder Liberia, Sierra Leone und Guinea sowie für die Nachbarländer bereitzustellen. Besonders die betroffenen Regionen benötigen dringend massive finanzielle, medizinische und logistische Unterstützung, so die Experten, um die akute Epidemie einzudämmen und die Versorgung für andere häufige Krankheiten wie Malaria, Tuberkulose oder HIV aufrecht zu erhalten.