14. Jun 2013

Gelbfieber-Risiko in 34 Ländern Afrikas

aedes_gross In den vergangenen Wochen wurden vereinzelte Gelbfieber-Fälle aus Äthiopien berichtet. Die Erkrankungen wurden  in der Region der südlichen Nationen, Nationalitäten und Völker, südlich des Omo Flusses beobachtet. Die Gesundheitsbehörden haben daraufhin am 10. Juni eine breitflächig angelegte Impfkampagnen in den Risikogebieten Benatsemay, Gnangatom, Hammer, Nord Ari, Selamago, Süd Ari und in Jinka eingeleitet. In Afrika gelten 34 Länder als Länder mit Gelbfieberrisiko. In den ersten Monaten des Jahres wurden Gelbfieber-Fälle aus der Elfenbeinküste, der Demokratischen Republik Kongo, Nigeria, der Republik Kongo, dem Sudan und Togo berichtet. Im April wurde Gelbfieber im Diffa-Distrikt in Niger gemeldet. Auch im Tschad traten vor Kurzem Erkrankungen in den Distrikten Goz Beida und Guereda auf.

Die meisten Fälle treten in Afrika südlich der Sahara auf  

In vielen Ländern mit Gelbfieber-Vorkommen entwickelte die Bevölkerung im Laufe der Jahre eine natürliche Immunität. Im Laufe der letzten Jahrzehnte ist die natürlich erworbene Immunität der einheimischen Bevölkerung zurückgegangen, was in der Folge zu einem Anstieg von Gelbfieber-Fällen geführt hat. Ursächlich werden dafür klimatische Veränderungen, die Abholzung tropischer Regenwälder, Urbanisierungen und Bevölkerungswanderungen gesehen. Die Erkrankung wird durch Viren verursacht, die durch Mücken (sog. Aedes) auf den Menschen übertragen werden. Die Infektionskrankheit tritt in 44 Ländern Afrikas südlich der Sahara sowie Mittel- und Südamerika auf.  

Neue WHO-Gelbfieber-Empfehlung  

Die vor Kurzem veröffentlichte neue Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) besagt, dass eine einzige Impfdosis der Gelbfieber-Impfung ausreicht, um lebenslang vor Gelbfieber geschützt zu sein. Bislang galt die Empfehlung die Impfung alle 10 Jahre aufzufrischen. Die Einreisevorschriften für Gelbfieber werden jedoch von den jeweiligen Ländern selbst festgelegt. Daher nehmen medizinische Experten an, dass trotz dieser neuen Impfempfehlung der WHO, sich die Einreisevorschrift der Länder mit Gelbfieber-Impfpflicht zunächst noch nicht verändern wird. Im Rahmen der Einreisevorschrift wird gegenwärtig noch weiterhin die Auffrischimpfung alle 10 Jahre verlangt. Die neue Empfehlung der WHO stellt jedoch die Weichen für mögliche Änderungen. Daher sollten sich Reisende vor ihrer Abreise in ein Land mit Gelbfieber-Vorkommen (auch Transit) vorab bei einer autorisierten Gelbfieber-Impfstelle informieren.  

Reisende in Risikogebieten sollten sich schützen  

Gelbfieber stellt nach wie vor eine lebensbedrohliche Infektionskrankheit dar. Nach Schätzungen der WHO erkranken jährlich rund 200.000 Menschen weltweit an Gelbfieber – davon entwickeln rund 15% einen ernsten Krankheitsverlauf, wiederum die Hälfte dieser Patienten verstirbt. Gefährdet sind Personen, die in Gelbfieber-Risikogebieten leben (Einheimische) oder die Risikogebiete besuchen (Reisende). Für Reisende, die ungeimpft sog. "Nicht-Immune" sind, endet die Erkrankung in 50% - 60% der Fälle tödlich. Der sicherste Schutz vor der Erkrankung ist die Gelbfieber-Impfung. Daher sind ein Gelbfieber-Impfschutz und gute Mücken-Schutzmaßnahmen für Reisende in Gelbfieber-Infektionsgebiete unbedingt empfohlen.