13. Aug 2022

Indien: Assam meldet Japanische Enzephalitis

Indien Assam iStock / Danielrao

In den vergangenen 37 Tagen starben nach Angaben der Gesundheitsbehörden von Assam mindestens 63 Personen an Japanischer Enzephalitis von insgesamt 347 registrierten Erkrankungsfällen. Aktuelle Erkrankungs- und Todesfälle wurden am 6. August 2022 aus den Distrikten Nagaon, Cachar, Dibrugarh und der Stadt Kamrup gemeldet. Außerdem wurden Anfang August Erkrankungsfälle auch in den Distrikten Bongaigaon, Majuli, Anglong und West Karbi beobachtet. Die nationalen Gesundheitsbehörden informieren, dass seit 1. Juli 2022 Fälle der Japanischen Enzephalitis in mehr als 22 Distrikten des Bundesstaates aufgetreten sind. In Assam sterben alljährlich viele Personen an Malaria oder Japanischer Enzephalitis, insbesondere während der Regenzeit (Monsun) in den Monaten Mai bis Oktober. 

Rucksack-Reisende in ländliche Risikogebiete sind besonders gefährdet 

Bei Reisen in Risikogebiete oder auch bei Reisen mit Übernachtungen in ländlichen Regionen der Risikogebiete kann eine Schutzimpfung sinnvoll sein. Reisende sollten sich daher rechtzeitig vor der Reise von ihrem Arzt beraten lassen. Insbesondere Rucksack-Reisende in ländliche Gebiete sind durch die lebensgefährliche Viruserkrankung gefährdet. Gute Mückenschutzmaßnahmen sollten Tag und Nacht durchgeführt werden. 

Jährlich rund 17.000 Todesfälle 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt jährlich 68.000 Fälle, darunter ungefähr 17.000 Todesfälle. Insbesondere betroffen sind China, Indien, Sri Lanka, Nepal, Vietnam, die Philippinen und Nord-Thailand. In Südostasien und dem Westpazifischem Raum sind 24 Länder von einem permanenten Übertragungsrisiko der Japanischen Enzephalitis betroffen. Die Erkrankung wird durch Mücken übertragen und stellt in Asien eine der häufigsten viralen Gehirnentzündungen dar. Ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf besteht u.a. während der Schwangerschaft, im höheren Alter oder auch bei fehlender Immunität. Kommt es zu einem schweren Verlauf so versterben ca. ein Drittel der Patienten, während 30-50% der Überlebenden anhaltende neurologische und psychiatrische Schäden hat (z.B. motorische, kognitive und/oder sprachliche Defizite oder Krampfanfälle). Eine spezifische Behandlung gegen Japanische Enzephalitis gibt es nicht.