17. Dez 2021

Indien: Erstmalig Zika Virus-Erkrankung Shadipur

Aedes albopictus iStock / Tacio Philip

Nach Aussage der Times of India, wurde Ende November 2021 in Shadipur im Nordosten Delhis (Indien) eine Zika-Virus-Erkrankung nachgewiesen. Dies ist das erste bekannte Auftreten der Erkrankung im Großraum Delhi. Am 30. November erklärte der indische Staatsminister für Gesundheit, dass in diesem Jahr insgesamt 231 weitere Fälle des Zika-Virus in Uttar Pradesh (147), Kerala (83) und Maharashtra (1) gemeldet wurden. Die Zika-Virus-Infektion wird durch Zika-Viren verursacht, die durch Mückenstiche übertragen werden. Außerdem ist eine Übertragung mittels Sexualverkehr und somit von Mensch-zu-Mensch ebenfalls möglich. 

WHO warnt Schwangere vor Reisen in Länder mit erhöhtem Zika-Virus-Vorkommen

Meistens verläuft die Infektion mit dem Zika-Virus unbemerkt und beschwerdefrei oder milde und ohne Komplikationen. Nach Infektion kann es bei der Erkrankung zu einem Hautausschlag, mit Fieber, Augenrötung und Gelenkschmerzen. Der Hautausschlag besteht durchschnittlich für sechs Tage, die Krankheitsbeschwerden halten durchschnittlich 3-7 Tage an. Bei Schwangeren kann eine Infektion jedoch zu Komplikationen führen. Das Virus kann Schädelfehlbildungen bei Embryonen verursachen. Die Folge sind Säuglinge die mit zu kleinem Kopfumfang geboren werden (sog. Mikrozephalie) und meist geistige Behinderungen davon tragen. Daher warnt die WHO insbesondere Schwangere, als auch Frauen mit der Absicht einer Schwangerschaft und ihre Sexualpartner vor einer Reise in Länder mit erhöhtem Zika-Virus-Vorkommen. Zudem dürfen sich Reiserückkehrer aus Ländern mit Zika-Virus-Vorkommen für 6 Monate keiner Blutspende unterziehen. 

Gute Mückenschutzmaßnahmen sind empfohlen 

Als wichtigster Schutz gelten Mückenschutzmaßnahmen. Reisende sollten daher in jedem Fall Haut bedeckende Kleidung tragen, Mückennetze am Schlafplatz einsetzen und insbesondere an freien Hautstellen sich regelmäßig - Tag und Nacht - mit Mückenabweisenden Cremes oder Lotionen einschmieren. Auch das Mitführen von Geräten die zum Fernhalten von Mücken Ultraschall-Signale aussenden, kann sinnvoll sein. Reiserückkehrer, insbesondere solche mit chronischen Krankheiten, sollten bei einer auftretenden Fiebersymptomatik eine Infektion mit dem Zika-Virus ausschließen. Unspezifische Beschwerden wie Fieber, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Muskel- und Gelenkschmerzen und Hautausschlag die innerhalb von 3 Wochen nach Reiserückkehr auftreten, können auf eine Infektion mit dem Zika-Virus hinweisen. Diese Tatsache ist wichtig für schwangere Reiserückkehrerinnen oder auch von der Reise zurückkehrende Partner von Schwangeren. In beiden Fällen ist eine Blutuntersuchung auf Zika-Virus empfohlen.