14. Jan 2022

Kambodscha: Immer weniger Malaria

Fieber, Mädchen iStock/macky_ch

Nach Aussage der lokalen Gesundheitsbehörden meldete Kambodscha im vergangenen Jahr 2021 insgesamt 3.504 Malaria-Fälle und zeigt somit einen Rückgang von 57% gegenüber dem Vorjahr 2020 mit 8.222 gemeldeten Fällen. Unter den gemeldeten Fällen soll es keine Todesfälle gegeben haben. Nach Angabe von Huy Rekol, Direktor des Nationalen Zentrums für Parasitologie, Entomologie und Malariakontrolle soll es seit 2018 keine Malaria-Todesfälle mehr gegeben haben. Der Direktor hofft, dass Kambodscha in der Lage sein wird die Malaria bis zum Jahr 2025 zu eliminieren, da Jahr für Jahr ein bemerkenswerter Rückgang an Erkrankungszahlen beobachtet wird.

Zunahme der Malaria während der Regenzeit

In Kambodscha tritt die Malaria ganzjährig, aber vor allem häufig während der Regenzeit (v. a. April bis Oktober.) insbesondere in Wald- und Gebirgsprovinzen auf. Ein hohes Risiko besteht im Nordosten in den Provinzen Ratanakiri, Mondulkiri, Kratie, Stung Treng, Preah Vihear (Regionen im äußersten Nordosten), sowie Pursat (nördliche Region) und Battambang (südliche Region). Ein geringes Risiko besteht im Battambang (östliche Regionen), Pursat (die übrigen Regionen), Kampong Chhnang (Regionen westlich des Tonle-Sap-Flusses), Koh Kong, Sihanoukville, Kampong Speu (nordwestliche Region), sowie Kampong Cham (Regionen im äußersten Nordosten), Kampong Thom (östliche Region), Preah Vihear (alle übrigen Regionen) und Oddar Meanchey (östliche Region). Ein ein eher geringes Risiko besteht in zentralen Regionen einschließlich der südlichen Mekongregion und am Tonle Sap-See.

Eine reisemedizinische Beratung ist wichtig

Das individuelle Malariarisiko wird stark durch das persönliche Verhalten und die vorbeugenden Maßnahmen mitbestimmt. Die empfohlenen und geeigneten Prophylaxe-Maßnahmen sollten regelmäßig durchgeführt werden. Der Reisemediziner kann anhand der Reiseroute, der Aufenthaltsorte und -dauer beurteilen ob eine regelmäßige Einnahme einer Malaria-Chemoprophylaxe erforderlich ist oder ob die Mitnahme einer sogenannten Malaria-Notfallmedikation ausreichend ist. In jedem Fall sollten sorgfältige Mückenschutzmaßnahmen regelmäßig durchgeführt werden. Wichtig ist es ebenso die möglichen Symptome einer Malaria zu kennen und bei Beschwerden, umgehend einen Arzt aufzusuchen, um eine schnelle Diagnosestellung und gegebenenfalls Behandlung zu erreichen. Auch in Deutschland erkranken Touristen alljährlich an einer Malaria während oder nach ihrem Aufenthalt in Ländern mit Malaria-Vorkommen. Die meisten Malariaerkrankungen bei Reisenden werden in Afrika südlich der Sahara erworben (v.a. Nigeria, Ghana, Eritrea, Togo, Kamerun, Kenia, Tansania und Uganda).