1. Jun 2022

Kamerun: Anhaltender Cholera-Ausbruch im Südwesten

Afrika Mädchen trinkt wasser iStock / Riccardo Lennart Niels Mayer

Kamerun ist eines von mehreren Ländern in West- und Zentralafrika, in denen es immer wieder zu Choleraausbrüchen kommt. Zwischen dem 29. Oktober 2021 und dem 30. April 2022 wurden insgesamt 6.652 Verdachtsfälle gemeldet, darunter 134 Todesfälle. Mehrere Ursachen können für die anhaltenden Choleraausbrüche in Kamerun vermutet werden, darunter die landesweite Verbreitung des Choleraerregers (Vibrio cholerae), der begrenzte Zugang zu sauberem Trinkwasser in einigen Gebieten und die unzureichenden sanitären Hygienebedingungen in vielen Regionen. Seit Anfang 2021 werden in Kamerun Cholera-Verdachtsfälle gemeldet. Offiziell erklärten die Gesundheitsbehörden den Beginn des Ausbruchs am 29. Oktober 2021. Seither werden weiterhin Cholera-Fälle registriert. Bis zum 30. April 2022 wurden insgesamt 6.652 Verdachtsfälle und 134 Todesfälle aus sechs Regionen gemeldet. Rund 90 % aller gemeldeten Cholera-Fälle und knapp 70% der Todesfälle wurden in diesem Jahr 2022 beobachtet. Betroffen ist vor allem der Südwesten mit 4.617 Fällen und 77 Todesfällen, aber auch Littoral mit 1.704 Erkrankungen und 51 Todesfällen. Außerdem wird auch in den südlichen, zentralen und nördlichen Regionen Cholera gemeldet. 

Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene ist das Wichtigste 

Die Cholera ist eine akute Durchfallerkrankung die unbehandelt in wenigen Stunden tödlich enden kann. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt das weltweite Auftreten der Cholera auf jährlich rund 3 - 5 Millionen Erkrankungsfälle und 100.000 - 120.000 Todesfälle. Sorgfältige Hygienemaßnahmen vor allem in der Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene sind immer und für jeden Reisenden empfohlen. Diese Schutzmaßnahmen dienen nicht nur dem Schutz vor den Choleraerregern, sondern auch anderen häufiger auftretenden Magen-Darm-Infektionskrankheiten die in tropischen und subtropischen Ländern vorkommen. Bei Hilfseinsätzen oder Reisen unter einfachen Bedingungen in den aktuellen Cholera-Risikogebieten kann eine Schutzimpfung in Erwägung gezogen werden. Bei gesundheitlichen Beschwerden nach der Reise, sollte ein Arzt zur Abklärung der Ursachen aufgesucht werden.

Nur sehr wenige Touristen erkranken an Cholera  

Cholera wird durch Bakterien verursacht (Vibrio cholerae), die zu den Wasserkeimen zählen und durch verunreinigtes Wasser auf den Menschen übertragen werden. Ebenso können die Keime fäkal-oral von Mensch-zu-Mensch weitergegeben werden. Grundsätzlich besteht für Afrika- und Safari-Reisende ein eher geringes Infektionsrisiko. In Deutschland wurden in den Jahren zwischen 2001 und 2016 jährlich zwischen 0 und 6 Cholera-Fälle bei Reiserückkehrern aus unterschiedlichen Ländern übermittelt. Im November 2020 erkrankte eine niederländische Reisende nach ihrer Rückkehr aus Lomé, der Hauptstadt Togos, an Cholera. Trekking-Touristen, die in Risikogebieten unterwegs sind und Zelten bzw. in einfachen Unterkünften wohnen und/oder ihr Essen von Straßenständen beziehen, haben ein höheres Infektionsrisiko im Vergleich zu Hotelreisenden. Insbesondere dann, wenn kein sauberes Trinkwasser zur Verfügung steht. Grundsätzlich ist eine reisemedizinische Beratung  bei Reisen nach Afrika empfohlen.