29. Okt 2017

Kenia: Risiko für Schlafkrankheit

Safari Afrika Fotolia / biker3

Die Schlafkrankheit galt bislang als eine eher seltene Reisekrankheit. Dennoch wurden in den letzten Jahren immer wieder Fälle bei Reiserückkehrern beobachtet. Alleine in England erkrankten in den vergangenen 12 Jahren rund 15 Reisende an Schlafkrankheit nach ihrem Aufenthalt in  Ostafrika. Auch deutsche Reisende erkrankten in den vergangenen Jahren vereinzelt an Schlafkrankheit, nachdem sie sich in Nationalparks in Ostafrika aufhielten, wie z.B. dem Nationalpark Masai Mara, in Kenia. Reisende die sich in Wäldern, Nationalparks und der Savanne in Zentral- und Ostafrika aufhalten, sind besonders gefährdet – vor allem Safari-Urlauber.

Das Vorkommen in den afrikanischen Ländern variiert.

Die Schlafkrankheit (sog. afrikanische Trypanosomiasis) wird durch Parasiten (sog. Trypanosomen) verursacht, die durch den Stich der Tsetsefliege übertragen werden. Die Schlafkrankheit tritt in afrikanischen Ländern südlich der Sahara auf und betrifft vorrangig die einheimische Bevölkerung in abgelegenen ländlichen Regionen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass jährlich zwischen 50.000 – 70.000 Erkrankungsfälle auftreten. Das Vorkommen in den afrikanischen Ländern variiert. Während in Ländern wie u.a. Burkina Faso, Kamerun, Äquatorialguinea, Gabun, Kenia, Mosambik, Nigeria, Ruanda, Sambia und Simbabwe im Durchschnitt weniger als 50 Fälle pro Jahr registriert werden, stellt die Infektionskrankheit hingegen in Ländern wie Zentralafrika, Tschad, Kongo, Elfenbeinküste, Guinea, Malawi, Uganda und Tansania ein ernstzunehmendes Gesundheitsproblem in der Bevölkerung dar.

Bei Stich durch Tsetsefliege umgehend Arzt aufsuchen

Reisenden wird empfohlen sehr gute Insekten abweisende Maßnahmen zu ergreifen. Die bremsenähnliche Tsetsefliege, hat einen starken Stachel mit dem sie auch am behaarten Kopf oder durch dünnere Stoffarten (z.B. Leinen) hindurch stechen kann. Daher sollte die Kleidung Körper bedeckend (langärmeliges Oberteil, lange Hosen, die Fußknöchel bedeckende Socken) und aus dickeren bzw. festen Stoffen sein, die im optimalen Fall mit Insektiziden imprägniert ist. Auf dunkle und grelle Kleidungsfarben sollte verzichtet werden, da diese auf die Tse-Tse-Fliege anziehend wirken. Vorzugsweise ist khaki oder eine oliv-grüne Kleidungsfarbe vorteilhaft. Anti-Insekten Sprays, Cremes und Lotionen sollten sorgfältig und regelmäßig aufgetragen werden und zumindest einen 30% DEET-Anteil aufweisen, da die Tsetsefliege nur eingeschränkt durch Insektizide abzuweisen ist. Sollte ein Stich durch eine Tsetsefliege bemerkt werden, so ist umgehend medizinische Hilfe aufzusuchen.

Risiko v.a. für Reisende in Savannen, Wälder und Nationalparks in Zentral- und Ostafrika

Auch wenn das Infektionsrisiko für Reisende gering ausfällt, so zeigen die Fälle der Vergangenheit, dass dennoch ein Risiko besteht und Schutzmaßnahmen sinnvoll sind. Ein Übertragungsrisiko besteht insbesondere für Reisende die sich in Savannen und Wäldern in Zentral- und Ostafrika aufhalten, insbesondere in den Nationalparks.