11. Aug 2015

Kenia: Vorsicht vor Schlafkrankheit

Viktoriasee, Kenia, Tansania, Uganda iStock/bogdanserban bearbeitet durch interMEDIS Kenia gehört zu den Ländern mit Vorkommen der Schlafkrankheit, die durch die Tse-Tse Fliege übertragen wird. Rund 11 Millionen Menschen leben in den Risikogebieten und sind der Infektionsgefahr permanent ausgesetzt.   

Region um den Viktoria See gehört zu den Risikogebieten      

Insbesondere in den ländlichen Gebieten der Provinzen  Nyanza und Western, sowie in der Region des Viktoria Sees (Lake Victoria Basin) besteht ein erhöhtes Übertragungsrisiko. Von der touristisch beliebten Region des Viktoria-Sees betroffen ist nur Kenia, sondern auch die an den See angrenzenden Länderregionen von Tansania und Uganda. Die Schlafkrankheit (sog. afrikanische Trypanosomiasis) wird durch Parasiten (sog. Trypanosomen) verursacht, die durch den Stich der Tsetsefliege übertragen werden.  

Die Schlafkrankheit tritt in vielen afrikanischen Ländern auf  

Die Schlafkrankheit tritt in afrikanischen Ländern südlich der Sahara auf und betrifft vorrangig die einheimische Bevölkerung in abgelegenen ländlichen Regionen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass jährlich zwischen 50.000 – 70.000 Erkrankungsfälle auftreten. Das Vorkommen in den afrikanischen Ländern variiert. Während in Ländern wie u.a. Burkina Faso, Kamerun, Äquatorialguinea, Gabun, Kenia, Mosambik, Nigeria, Ruanda, Sambia und Simbabwe im Durchschnitt weniger als 50 Fälle pro Jahr registriert werden, stellt die Infektionskrankheit hingegen in Ländern wie Zentralafrika, Tschad, Kongo, Elfenbeinküste, Guinea, Malawi, Uganda und Tansania ein ernstzunehmendes Gesundheitsproblem in der Bevölkerung dar. 

Auch Touristen können erkranken  

Seit vielen Jahren kämpft die Weltgesundheitsorganisation gegen die Schlafkrankheit. Bis zum Jahr 2020 erhofft die Organisation die Infektionskrankheit auszurotten. Auch Touristen sind von der Infektionskrankheit betroffen. Ein deutscher und ein belgischer Tourist erkrankten an der Schlafkrankheit wenige Tage nachdem sie den beliebten Masai Mara Nationalpark besuchten. Der Masai-Mara-Nationalpark gehört zu den tierreichsten Reservaten Kenias. Das Naturschutzgebiet ist Teil der Serengeti und grenzt nördlich direkt an den Serengeti-Nationalpark in Tansania an. Eine Untersuchung zeigte, dass im Zeitraum der Jahre 2000-2010 insgesamt 94 Fälle der Schlafkrankheit Ländern in denen die Schlafkrankheit auftritt, in Länder in denen die Schlafkrankheit nicht auftritt importiert wurden. In 68 Fällen waren Touristen betroffen, die sich in Tansania (40), Malawi (13), Sambia (8), Simbabwe (5) und Uganda (2) aufhielten. Meistens wurde die Erkrankung wenige Tage nach Rückkehr in der Heimat diagnostiziert. Die Mehrheit der Reisenden befand sich zu diesem Zeitpunkt noch im Anfangsstadium der Erkrankung.

Gute Schutzmaßnahmen sind wichtig

Auch wenn das Infektionsrisiko für Reisende gering ausfällt, so zeigen die Fälle der Vergangenheit, dass dennoch ein Risiko besteht und Schutzmaßnahmen sinnvoll sind. Ein Übertragungsrisiko besteht insbesondere für Reisende die sich in Savannen und Wäldern in Zentral- und Ostafrika aufhalten, insbesondere in den Nationalparks. Daher werden Reisenden sehr gute Insekten abweisende Maßnahmen empfohlen. Die bremsenähnliche Tsetsefliege, hat einen starken Stachel mit dem sie auch am behaarten Kopf oder durch dünnere Stoffarten (z.B. Leinen) hindurch stechen kann. Daher sollte die Kleidung Körper bedeckend (langärmeliges Oberteil, lange Hosen, die Fußknöchel bedeckende Socken) und aus dickeren bzw. festen Stoffen sein, die im optimalen Fall mit Insektiziden imprägniert ist. Auf dunkle und grelle Kleidungsfarben sollte verzichtet werden, da diese auf die Tse-Tse-Fliege anziehend wirken. Vorzugsweise ist khaki oder eine oliv-grüne Kleidungsfarbe vorteilhaft. Anti-Insekten Sprays, Cremes und Lotionen sollten sorgfältig und regelmäßig aufgetragen werden und zumindest einen 30% DEET-Anteil aufweisen, da die Tsetsefliege nur eingeschränkt durch Insektizide abzuweisen ist. Sollte ein Stich durch eine Tsetsefliege bemerkt werden, so ist umgehend medizinische Hilfe aufzusuchen.