20. Mai 2015

Liberia: Ebola-Ausbruch beendet

Afrika, Frau mit Hirsekorb Pechel / interMEDIS Seit mehr als 42 Tagen wurden in Liberia keine Ebola-Infektionen mehr beobachtet. Rund 300 Blutproben wurden seit April wöchentlich in den renommierten Laboratorien des Landes getestet. Doch es konnte kein Ebola nachgewiesen werden. Der letzte Todesfall wurde Ende März registriert. Aber die Kontaktpersonen haben sich nicht angesteckt. Damit erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Ausbruch von Ebola in Liberia als offiziell beendet. Liberia galt bis vor Kurzem noch als eines der drei am stärksten betroffenen Länder in West-Afrika. Im August/September letzten Jahres wurden die meisten Erkrankungen berichtet. Zwischen 300-400 Erkrankungen wurden jede Woche gemeldet. Betroffen war vor allem auch die Hauptstadt Monrovia, aber auch andere Landesteile Liberias registrierten Ebola-Fälle. Insgesamt wurden 10. 666 Ebola-Fälle landesweit gezählt – darunter 4.806 Todesfälle. Experten warnen jedoch weiterhin vor Ebola, solange der Ausbruch in den Nachbarländern Guinea und Sierra Leone anhält. Durch die mangelhaft überwachten Grenzübergänge können Neuinfektionen jederzeit wieder nach Liberia eingeschleppt werden und dort erneut zum Ausbruch führen.

Ebola weiterhin in Guinea und Sierra Leone

Aus Guinea und Sierra Leone werden weiterhin Erkrankungs- und Todesfälle berichtet, allerdings hat die durchschnittliche Gesamtzahl der Fälle deutlich abgenommen. In der letzten Woche wurden aus beiden Ländern insgesamt 35 Fälle berichtet - die Woche zuvor sogar nur neun. Die Infektionen wurden aus sechs Bezirken berichtet, jeweils drei aus Guinea und Sierra Leone. In der Vorwoche wurden hingegen nur aus zwei Gebieten in Guinea und nur aus einem Gebiet in Sierra Leone Ebola-Infektionen beobachtet.

Reisehinweise des Auswärtigen Amtes beachten

Das Auswärtige Amt empfiehlt jedoch weiterhin bei Reisen nach Liberia Vorsicht walten zu lassen, da ein erneutes Einschleppen von Fällen zu diesem Zeitpunkt noch nicht auszuschließen ist. Die Nachrichtenlage sollte auf jeden Fall aufmerksam verfolgt werden. Von Reisen nach Guinea und Sierra Leone rät das Auswärtige Amt weiterhin ab und ruft zur Ausreise auf. Von dieser Empfehlung ausgenommen ist dringend benötigtes medizinisches, humanitäres oder technisches Personal im Zusammenhang mit der Bekämpfung der Ebola-Epidemie.