9. Jan 2016

Mittel- und Südamerika: Immer mehr Zika-Virus Erkrankungen

Aedes, Blutsaugend iStock/Sojvp2112 Aus San Pedro Sula in Honduras wurden in den ersten vier Januartagen bereits mehr als 12 Zikavirus-Verdachtsfälle berichtet. Rund 40 Fälle sollen im vergangenen Jahr landesweit erfasst worden sein. Auch in Panama und Puerto Rico wurden in den vergangenen Wochen vereinzelte Zikavirus-Erkrankungen registriert. Immer weiter breitet sich die Viruskrankheit im lateinamerikanischen Raum aus. Die Gesundheitsbehörden berichteten, dass ein Reisender der Mato Grosso del Sur in Brasilien besuchte, sich mit dem Virus infizierte und diesen nach seiner Heimkehr nach Santa Cruz in Bolivien importierte. Ebenso infizierte sich ein chilenischer Tourist bei seiner Reise in Dezember nach Bogota, Cartagena de Indias, Santa Marta und dem Tayrona Nationalpark in Kolumbien an der Viruserkrankung und importierte diese nach seiner Rückkehr in sein Heimatland. Aus Kolumbien wurden in den vergangenen Wochen vermehrt Erkrankungsfälle bekannt. Insgesamt wurden aus 28 Departments 736 Erkrankungsfälle berichtet. Aus Brasilien wurden im vergangenen Jahr rund 2400 Erkrankungen gemeldet. 

Französischer Tourist erkrankt   

Ein französischer Reisender erkrankte nach seinem Ferienaufenthalt auf Martinique an einer Zikavirus-Infektion. Er hielt sich vor allem an der östlichen Atlantikküste in Le Robert auf und unternahm Tagesausflüge nach Le Diamant, Trois Ilets und Sainte-Marie. Zika-Viren werden durch dieselben Mückenart übertragen, die auch Dengueviren übertragen können – sogenannte Aedes. Die gesundheitlichen Probleme ähneln den Beschwerden, die auch bei einer Dengue-Virus-Infektion auftreten. Meistens kommt es bei der Erkrankung zu einem Hautausschlag mit Fieber, Augenrötung und Gelenkschmerzen. Der Hautausschlag besteht durchschnittlich für sechs Tage. Meistens verläuft die Infektion mit dem Zika-Virus jedoch milde oder auch unbemerkt und beschwerdefrei. Das Zika-Virus gilt als sog. „emerging pathogen“, d.h. es handelt sich um einen neu aufkommenden Krankheitserreger, der über das Potential verfügt sich möglicherweise in viele Länder der Welt auszubreiten.    

Schutzmaßnahmen reduzieren das Infektionsrisiko    

Zikavirus-Infektionen wurden bereits in verschiedenen Ländern Afrikas, wie u.a. in Ägypten, Tansania, Uganda, Senegal, Sierra Leone und Nigeria, als auch in Asien, u.a. in Indien, Indonesien, Thailand, Malaysia, Vietnam und den Philippinen registriert. Örtliche Gesundheitsbehörden warnen auch Reisende vor einem möglichen Übertragungsrisiko und raten zu guten Mückenschutzmaßnahmen. In Deutschland wurde bereits 2013 der erste Fall des Zika-Virus bei einem Reiserückkehrer nachgewiesen. Da sowohl Dengue Fieber als auch Zika-Virus-Infektionen durch Mücken übertragen werden, ist ein guter und vorsorglicher Mückenschutz unbedingt erforderlich. Reisende sollten daher in jedem Fall Haut bedeckende Kleidung tragen, Mückennetze am Schlafplatz einsetzen und insbesondere an freien Hautstellen sich regelmäßig - Tag und Nacht - mit Mückenabweisenden Cremes oder Lotionen einschmieren. Auch das Mitführen von Geräten die zum Fernhalten von Mücken Ultraschall-Signale aussenden, kann sinnvoll sein.