21. Mai 2022

Südafrika: Reisender mit Lassa-Fieber

Südafrika, Kwazulu Natal, Landschaft Pechel / interMEDIS

In Südafrika wurde am 12. Mai 2022 bei einem Reisenden Lassa-Fieber diagnostiziert. Wie die Gesundheitsbehörden berichteten, hielt sich der Mann in verschiedenen Regionen Nigerias auf. Nach seiner Rückkehr aus Nigeria entwickelte er Krankheitsbeschwerden und wurde sofort im Krankenhaus stationär behandelt. Leider kam jede Hilfe zu spät und der Patient erlag der Schwere seiner Infektionskrankheit. Weitere Lassa-Fieber-Fälle, die mit diesem Fall in Verbindung stehen, wurden bislang nicht gefunden. In Nigeria starben in den ersten drei Wochen des Jahres 2022 mindestens 32 Menschen an Lassa-Fieber. Das "NCDC" (Nigeria Center for Disease Control) berichtete, dass insgesamt von der ersten bis zur dritten Woche dieses Jahres rund 170 Menschen in 37 Regierungsbezirken von 12 Bundesstaaten mit Lassa-Viren infiziert wurden. Insgesamt wurden 759 Verdachtsfälle gezählt. Die Erkrankungen wurden aus Ondo, Bauchi, Edo, Oyo, Ebonyi, Benue, Katsina, Kaduna und Taraba gemeldet. Nahezu dreiviertel aller Fälle wurden in Edo, Ondo und Bauchi registriert.

Lassa-Viren können auch Reisende infizieren

Lassa-Fieber bei Reisenden wird nicht nur in Südafrika immer wieder mal beobachtet. In den Jahren 1970 bis 2000 erkrankten 12 Reisende an Lassa-Fieber und importierten die Krankheit bei ihrer Rückreise nach Europa und Nordamerika. Insgesamt vier Fälle wurden allein im Jahr 2000 nach Europa importiert. Die meisten Reisenden infizierten sich in Sierra Leone, andere aber auch in Nigeria, Burkina Faso und der Elfenbeinküste. Die Infektionsfälle zeigen, wie schnell Krankheitserreger über den internationalen Luftverkehr in neue Regionen der Welt gelangen können. Grundsätzlich kann das Infektionsrisiko für Lassa-Fieber bei Reisenden jedoch als sehr gering eingestuft werden. Dennoch wurden auch in Deutschland in den vergangenen Jahren sporadisch Einzelfälle bei Reiserückkehrer beobachtet. Trekking Reisende oder Entwicklungshelfer haben ein höheres Infektionsrisiko, da ein Aufenthalt in Risikogebieten unter einfachen hygienischen Bedingungen die Übertragungsmöglichkeit erhöht. Ratten scheiden das Virus durch ihren Urin aus und können dadurch Betten, Böden und Lebensmittelvorräte verunreinigen. Die Übertragung auf den Menschen findet somit zumeist durch eine orale Aufnahme von verunreinigten Nahrungsmitteln und Trinkwasser bei mangelnder Hygiene statt. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt hauptsächlich durch direkten Kontakt mit Erkrankten (z. B. bei medizinischem Personal).

Lassa-Fieber tritt vor allem in Westafrika auf

Lassa-Fieber gehört zu den viralen hämorrhagischen Fiebern und kommt in vielen westafrikanischen Ländern wie Sierra Leone, Nigeria, Senegal, Gambia, Mali, Guinea, Liberia, Elfenbeinküste, Ghana, Burkina Faso aber auch in Zentralafrikanischen Republik oder Namibia vor. Die Beschwerden des Lassa-Fiebers sind zunächst sehr unspezifisch und können denen einer Malaria ähneln. Nach einer durchschnittlichen Inkubationszeit von ca. 8 - 10 Tagen kann es zu Fieber kommen. In den meisten Fällen heilt Lassa-Fieber ohne größere Beschwerden ab und führt nur in wenigen Fällen zu einem lebensbedrohlichen Verlauf mit Schock und Organversagen.