27. Sep 2019

Südkorea: Hepatitis A-Ausbruch

Muscheln iStock/espion

Die koreanischen Seuchenbehörden (Korea Centers for Disease Control and Prevention, KCDC) zählten im Zeitraum 28. Juli bis 24. August 2019 rund 2.178 Hepatitis A-Fälle. Die Behörden stellten fest, dass ein Großteil der an Hepatitis A Erkrankten, im Sommer 2019 vergorene Muscheln aß. In Südkorea liegen bedeutende Anbaugebiete für essbare Muscheln die häufig mit Kohlensäure oder Essig vergoren und zur  Weiterverarbeitung an Produktionsstätten bzw. an die Gastronomie vertrieben werden. Untersuchungen der vergangenen Wochen erwiesen, dass viele der Schalentiere mit Hepatitis A-Viren verunreinigt und somit als Ursache für viele aktuelle Erkrankungen zu sehen sind. Der regionale öffentliche Gesundheitsdienst warnte davor gesalzene oder in Soße eingelegte Muscheln zu essen, bis die Behörde Entwarnung gibt. Die medizinischen Experten planen im September 2019 diverse Muschelprodukte auf Hepatitis A-Viren zu testen. Bislang wurden in zehn Muschelprodukten Hepatitis A-Viren nachgewiesen; neun Produkte kamen aus China, ein Produkt wurde in Korea selbst hergestellt. Die Produktionsstätten wurden aufgefordert die noch nicht in den Umlauf gebrachten und in Soße eingelegten Muscheln vorerst vom Verkauf zurückzuhalten, bis die Testungen vollständig abgeschlossen sind.

In Sydney (Australien) erkrankten Personen an Hepatitis A – verursacht durch koreanische Muschelprodukte

In Australien kam es zu bislang acht Hepatitis A-Fällen in New South Wales die auf den Verzehr von in Salzlake eingelegten Muscheln aus Süd-Korea zurückgeführt werden konnten. Die australischen Gesundheitsbehörden warnen daher vor dem Konsum dieser koreanischen Schalenfischprodukte und betonen, dass derzeit möglicherweise ein Teil der Muschelprodukte mit Hepatitis A-Viren verunreinigt sein könnte. Die Lebensmittelvertriebsketten wurden in Kenntnis gesetzt, die Produkte aufgrund eines potentiellen Hepatitis A-Risikos nicht weiter in den Umlauf zu bringen. Die Muschelanbaugebiete in Australien gelten als bedenkenlos, so dass die von dort verarbeiteten Muscheln weiterhin bedenkenlos vertrieben und verzehrt werden können. Koreanische Herstellerfirmen rufen gegenwärtig ihre Muschelprodukte zurück, die an kleinere ausländische Asien-Food-Händler abgegeben wurden. Insgesamt sollen nach Angaben der australischen Gesundheitsbehörden in diesem Jahr bereits mehr als 11.000 Hepatitis A-Fälle in Süd-Korea berichtet worden sein.

Bei Risikoreisenden ist ein Hepatitis A-Schutz sinnvoll

Hepatitis A-Viren können v.a. durch verunreinigte Nahrungsmittel und Getränke übertragen werden. Grundsätzlich ist Reisende in Regionen aus denen aktuelle Hepatitis A-Ausbrüche gemeldet werden eine Schutzimpfung gegen Hepatitis A empfoheln. Das Infektionsrisiko hängt häufig von der Reiseart und - dauer, sowie von dem Verhalten des Einzelnen ab. Meist wird ein höheres Infektionsrisiko bei einfachen Rucksackreisen angenommen, aber es können auch in Hotelküchen oder in Restaurants Hepatitis A-Infektionsquellen lauern z.B. in Muschelgerichte, aber auch in Erdbeereis oder Smoothies. Dadurch bildet  auch der Aufenthalt in Hotels oder Touristenzentren keine absolute Sicherheit vor der Erkrankung.

Weltweit besteht ein Hepatitis A-Risiko

Die Hepatitis A tritt weltweit auf. Somit besteht in vielen Reiseländern ein erhöhtes Hepatitis A-Infektionsrisiko v.a. in Ländern Afrikas, Asiens, Süd- und Mittelamerikas, so wie im Nahen Osten. Ein eher mittleres Risiko liegt in den Mittelmeerländern vor. Die Impfung gegen Hepatitis A bildet eine sinnvolle Schutzmaßnahme. Um für die Reise einen Schutz vor Hepatitis A zu haben, genügt eine einzelne Impfdosis, auch wenn sie noch am Abreisetag (z.B. bei „Last-Minute-Reisen“) selbst erfolgen würde. Aufgrund der langen Inkubationszeit (Zeit zwischen Infektion und ersten Krankheitszeichen) der Hepatitis A von mindestens 15 - 20 Tagen und dem schnellen Aufbau des Impfschutzes (12-15 Tage) kann die Impfung noch kurz vor der Abreise verabreicht werden und dennoch einen wirksamen Impfschutz entfalten. Nach frühestens 6 Monaten erfolgt die zweite Impfung für den Langzeitschutz. Der Impfschutz kann Jahrzehnte – eventuell sogar lebenslang – andauern und vor der Erkrankung schützen. Ein sorgfältige Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene sollte immer durchgeführt werden.