26. Dez 2021

Südsudan: Hepatitis E-Ausbruch in Bentiu

Trinkwasserbeutel interMEDIS

Seit 2014 werden im Südsudan immer wieder Fälle von Hepatitis-E gemeldet. In Bentiu, der  Hauptstadt des Bundesstaates Unity (Northern Liech), in dem auch ein Flüchtlingslager steht, sowie aus der Stadt Rubkona werden sogar wiederholte Ausbrüche beobachtet. Im Jahr 2021 ist die Zahl der Hepatitis E-Fälle im Land erheblich angestiegen. Während in den Jahren 2018-2020 insgesamt 564 Hepatitis E-Virus-Fälle gezählt wurden, waren es im Jahr 2021 allein 1.143 Verdachtsfälle mit fünf Todesfällen (Stand: 29. November 2021). Ein Großteil der Erkrankungsfälle wird aus dem Flüchtlingslager in Bentiu berichtet, in dem mehr als 100.000 Menschen beherbergt werden. 

Die Hepatitis E galt viele Jahre als Reisehepatitis 

Die Hepatitis E ist eine akute Lebererkrankung die weltweit auftritt. Sie tritt vor allem in Nord-Afrika (v.a. Ägypten, Sudan) und Asien (v.a. Südostasien, Irak). Viele Jahre galt die Hepatitis E als Reisehepatitis, da sie bei Reisen z.B. nach Indien oder in andere ferne Länder durch verunreinigtes Trinkwasser übertragen wurde. In Deutschland kommt es häufig durch rohes oder unzureichend gegartes Fleisch von Haus- und Wildschweinen (z.B. Schweinemett, luftgetrocknete Salami und Leberwurst) zu Infektionen. Auch rohes Fleisch von Rotwild kann zu einer Hepatitis E führen. Werden Feldfrüchte wie Kräuter, Salat, Erdbeeren o.ä. durch Tierfäkalien verunreinigt, können die Viren sogar auf diesem Weg übertragen werden.

Es gibt unterschiedliche Formen der Leberentzündung

Es gibt viele Formen der Leberentzündungen („Hepatitis“) mit unterschiedlichen Ursachen. Reisemedizinisch relevant sind vor allem die Leberentzündungen, die durch Viren verursacht werden. Die Hepatitis-Viren A, B, C, D und E können zu einer akuten oder auch chronischen Form der Leberentzündung führen. Je nach Virusinfektion entsteht eine Hepatitis A, Hepatitis B, Hepatitis C, Hepatitis D oder Hepatitis E mit unterschiedlichen Reiserisiken und Schutzmaßnahmen. Gegen Hepatitis A und Hepatitis B kann man sich impfen lassen. 

Viele Hepatitis E-Fälle auch in Deutschland 

In Deutschland tritt die Hepatitis E seit einigen Jahren gehäuft auf. In diesem Jahr 2021 wurden bis 16. Dezember bereits 2.825 Hepatitis E-Fälle an das Robert Koch-Institut gemeldet. Im Jahr 2020 waren es im Vergleichszeitraum 3.119 Fälle die dem Robert Koch-Institut übermittelt wurden. Kommt es zu einer Hepatitis E treten beim gesunden Menschen selten Beschwerden auf. Daher bleibt die Infektion meist unbemerkt. Manchmal kann es zu milden Symptomen wie Müdigkeit, Übelkeit und/oder einer Gelbverfärbung der Haut kommen. Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem (z.B. bei AIDS oder nach Organtransplantation) oder auch bei Schwangeren kann eine Hepatitis E einen chronischen und schwerwiegenden Verlauf entwickeln (z.B. Leberzirrhose).