21. Jan 2017

USA: Keuchhusten in Wisconsin

Husten (1) Fotolia / Picture Factory

Im Norden des amerikanischen Bundesstaates Wisconsin ist die Zahl der Keuchhusten-Fälle weiter angestiegen. Vor allem in Oneida und Vilas County kam es während der Weihnachtsferien zu mehreren Erkrankungsfällen. Keuchhusten-Fälle werden landesweit aus den Bundesstaaten gemeldet. In den vergangenen fünf Jahren schwankte die Zahl der Erkrankungen in den USA zwischen rund 20.000 (2015) und 48.000 Fällen (2012). Doch nicht nur in Amerika auch in Europa bildet der Keuchhusten (Pertussis) ein Problem. So ist in Deutschland die Zahl der Keuchhusten-Fälle mit rund 12.000 Fällen (2014) und 9.000 Fällen (2015) weiterhin hoch. Kindern und Erwachsenen wird daher geraten den Impfschutz zu überprüfen und gegebenenfalls Impflücken zu schließen. Der Impfpass gibt Aufschluss darüber, wann die letzte Tetanus-Diphtherie-Impfung stattgefunden hat. Ist die Impfung bereits 10 Jahre oder länger her, ist es Zeit den Impfschutz aufzufrischen. In diesem Fall sollte einmalig (Kombinationsimpfstoff) auch gegen Pertussis geimpft werden.  

13.000 Keuchhusten-Erkrankungen in Deutschland    

In Deutschland wird die empfohlene Auffrischimpfung gegen Keuchhusten im Jugendalter zu wenig wahrgenommen. Das Resultat zeigt sich in der hohen Zahl der Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen. Im vergangenen Jahr waren es über 13.000 Erkrankungen die deutschlandweit registriert wurden. Untersuchungen in den USA zeigten, dass ungeimpfte Kinder und Jugendliche ein acht Mal höheres Erkrankungsrisiko gegenüber geimpften Kindern haben. Erkranken geimpfte Kinder, so fallen die Krankheitsbeschwerden in aller Regel milder aus und die Ansteckungsgefahr die von ihnen ausgeht ist geringer als bei Ungeimpften. 

Erhöhtes Keuchhusten-Risiko im Winter  

Keuchhusten tritt in Mitteleuropa ganzjährig mit Höhepunkten im Herbst und Winter auf. Durch Husten, Niesen oder Sprechen werden die Erreger mittels Tröpfcheninfektion durch Kontakt mit infektiösen Personen innerhalb eines Abstandes bis zu 1 Meter übertragen. Auch Gesunde, gegen Keuchhusten-Geimpfte können nach Kontakt mit dem Erreger für kurze Zeit (Über)träger des Krankheitserregers sein. Insbesondere Jugendliche und Erwachsene spielen als Überträger eine zunehmende Rolle. 

Auch Erwachsene erkranken an Keuchhusten 

In den letzten Jahren wurde eine Altersverschiebung der Erkrankung sichtbar. Im Jahr 1995 lag das durchschnittliche Erkrankungsalter bei 15,1 Jahren, im Jahr 2008 bei 41,7 Jahren. Dieser Altersanstieg wird u.a. auf die Abnahme der Immunität zurückgeführt. Daher wird zur Senkung der Erkrankungszahlen bei Erwachsenen und zum Schutz von Säuglingen seit 2009 allen Erwachsenen bei der nächst fälligen Tetanus und Diphtherie-Impfung empfohlen, einmalig auch gegen Pertussis zu impfen. Laut Empfehlungen der STIKO gehören zu der Zielgruppe  der Impfung, sofern in den letzten 10 Jahren keine Impfung gegen Keuchhusten stattgefunden hat, neben dem Personal im Gesundheitsdienst und in Gemeinschaftseinrichtungen, Frauen im gebärfähigen Alter sowie auch enge Haushaltskontaktpersonen (Eltern, Geschwister, Großeltern) und Betreuer (z.B. Tagesmütter, Babysitter).