28. Jul 2021

Welt-Hepatitis-Tag 2021: Auch für Reisen wichtig

Wegschilder iStock/Antonio

Der Welt-Hepatitis-Tag findet alljährlich am 28. Juli statt, um auf die virale Hepatitis aufmerksam zu machen, eine Leberentzündung, die zu schweren Lebererkrankungen und Leberzellkrebs führen kann. Das diesjährige Motto lautet "Hepatitis kann nicht warten" und soll die Dringlichkeit verdeutlichen, Hepatitis als Bedrohung der öffentlichen Gesundheit bis 2030 zu beseitigen.

Alle 30 Sekunden stirbt ein Mensch an einer Krankheit die mit Hepatitis im Zusammenhang steht

Angesichts der Tatsache, dass alle 30 Sekunden ein Mensch an einer Krankheit stirbt die mit Hepatitis im Zusammenhang steht - selbst in der aktuellen COVID-19-Krise – betont die WHO die Wichtigkeit der Eindämmung der Virushepatitis und appelliert an die Regierungen aller Länder, den Kampf gegen Hepatitis voranzutreiben. Es gibt fünf Hauptvirusstämme des Hepatitis-Virus - A, B, C, D und E. Dabei stellen Hepatitis B und C zusammen die am weitesten verbreiteten Hepatitis-Viren dar, die jährlich zu 1,1 Millionen Todesfällen und 3 Millionen Neuinfektionen führen.

Hepatitis B gehört weltweit zu den häufigsten Infektionskrankheiten.

Ohne eine rechtzeitige Behandlung kann es zu schweren Leberschädigungen kommen, bis hin zur Leberzirrhose, Leberkrebs und Tod. Die Deutsche Leberhilfe e.V. ist Ausrichter des Welt-Hepatitis-Tages in Deutschland und startet einen Aufruf an Menschen, sich testen zu lassen; insbesondere, wenn Risikofaktoren oder erhöhte Leberwerte vorliegen.

Eine kranke Leber schmerzt oft nicht

Die Leberhilfe verweist auf die Tücke, dass eine kranke Leber oft nicht schmerzt und somit vor allem im Falle der chronischen Hepatitis B und C können schleichend die Leber schädigt, ohne dass Betroffene etwas merken. Dadurch kann es zu jahrelangen Entzündungen kommen, die die Leber langsam zerstören. Außerdem können Betroffene andere Menschen infizieren, ohne dass sie es wissen. Aufklärungskampagnen, Screenings, Impfung und ein besserer Therapiezugang sind somit unumgänglich um der weiteren Ausbreitung der Virushepatitis entgegenzuwirken.

Deutsche stecken sich in Deutschland aber auch im Ausland an

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation lebten im Jahr 2019 weltweit 296 Millionen Menschen mit einer chronischen Hepatitis B, rund 820.000 Menschen verstarben an den Folgen, meist durch eine Leberzirrhose oder Leberkrebs. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 6.798 Hepatitis-B-Fälle registriert. Die meisten Infektionen ereigneten sich in Deutschland, im Ausland wurden vor allem Rumänien, die Türkei, Syrien, Vietnam und Russland als Infektionsländer angegeben. Weltweit werden die meisten Hepatitis B-Infektionen in der West-Pazifik-Region und in Afrika registriert.

Auch für Reisende spielt die Hepatitis eine Rolle

Ein erhöhtes Infektionsrisiko für Hepatitis B besteht in Reiseländern mit unterentwickelten medizinischen und hygienischen Gegebenheiten, da verunreinigte Spritzbestecke, medizinische Geräte, Bluttransfusionen etc. zum Einsatz kommen können. Einer der häufigsten Gründe während der Reise für eine Krankenhauseinweisung sind Unfälle. Der ungewohnte Straßenverkehr bildet eines der Hauptprobleme. Rund 40 % der Repatriierungsflüge gehen auf Unfälle im Straßenverkehr zurück. In diesem Zusammenhang können medizinische Eingriffe (Spritzen, Infusionen, Operationen, usw.) im Rahmen einer Erstversorgung vor Ort erforderlich werden. Untersuchungen zeigten, dass zwischen 23-44% der Todesfälle bei Interkontinentalreisen auf Unfälle und nur 1-3 % auf Infektionskrankheiten zurückzuführen sind.

Hepatitis B- und C-Risiko durch Tätowierungen und Piercings im Urlaub

Außerdem kann durch plötzlich auftretende Zahnbeschwerden im Reiseland eine sofortige Zahn- und/oder Wurzelbehandlung erforderlich werden. Derartige akute medizinische Eingriffe durch z.B. eine akute Blinddarmentzündung, Zahnbeschwerden, etc. bergen durch verunreinigtes medizinisches Hilfsmaterial in vielen medizinisch unterversorgten Regionen - durch kontaminierte(s) Spritzen, OP-Besteck, Nadeln, etc. - ein erhöhtes Übertragungsrisiko. Nicht zuletzt sind auch Tätowierungen und/oder Piercings als beliebtes Urlaubssouvenir, nicht selten der Grund für die Infektion mit Hepatitisviren. Das Hepatitis-B-Erkrankungsrisiko kann durch die Schutzimpfung um 90-95% reduziert werden.

Impfung schützt vor Erkrankung

Es gibt viele Formen der Leberentzündungen („Hepatitis“) mit unterschiedlichen Ursachen. Die Hepatitis-Viren A, B, C, D und E können zu einer akuten oder auch chronischen Form der Leberentzündung führen. Je nach Virusinfektion entsteht eine Hepatitis A, Hepatitis B, Hepatitis C, Hepatitis D oder Hepatitis E mit unterschiedlichen Reiserisiken und Schutzmaßnahmen. Bei Reisen in Länder mit erhöhtem Hepatitis A-Vorkommen z.B. in Südosteuropa, Asien, Afrika, Mittel- und Südamerika kann eine Impfung vor der Erkrankung schützen.