15. Jul 2020

WHO erklärt Malediven und Sri Lanka als masernfrei

Malediven, Inseln iStock/MartinKovalenkov

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärt Sri Lanka und die Malediven als masernfrei. Das Ziel die Masern weltweit bis zum Jahre 2023 zu eliminieren wurde von diesen beiden Ländern bereits vorzeitig erreicht, erklärte die Gesundheitsbehörde der U.N. am 8.7.2020. Weitere Länder die eine Elimination der Masern erreicht haben sind Bhutan, Demokratische Republik Korea und Timor-Leste. Als masernfrei deklariert die WHO Länder, die über einen Zeitraum von drei Jahren keine endemische Übertragung der Masern durch ein gut funktionierendes nationales Meldesystem nachweisen können. Unter einer endemischen Übertragung versteht man die kontinuierliche Übertragung derselben Masernvirus-Variante. Wird derselben Masernvirus über einen zusammenhängenden Zeitraum von 36 Monaten nicht nachgewiesen, wird der Status der Elimination in diesem Land ausgesprochen; d.h. das Land gilt dann als masernfrei.

Masernvirus kann sich kann sich stundenlang in der Luft aufhalten

Die Masern sind eine der ansteckendsten Infektionskrankheiten die weltweit vorkommen. Das Masernvirus kann sich stundenlang in der Luft aufhalten und so von Mensch-zu-Mensch weitergegeben werden. Selbst in Ländern mit hohem medizinischem Standard, kommt es bei den Masern in einem Viertel der Fälle zu Komplikationen und Krankenhauseinweisungen. Wenn Komplikationen auftreten, können sie tödlich enden oder auch lebenslange Schäden verursachen; dazu zählen Hirnschäden, Blindheit und Taubheit. Kleine Kinder haben das höchste Risiko für Masern-Komplikationen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich daher zum Ziel gesetzt die Masern weltweit auszurotten. Da die Masern weltweit Auftreten und somit auch an vielen Reiseorten, hat die WHO auch für  internationale Reisende Empfehlungen im Juni 2019 eine Masern-Impfempfehlung ausgesprochen. Durch den weltweiten Reiseverkehr werden immer wieder Masern-Infektionsketten in Gang gesetzt. Die meisten Erkrankungsfälle werden vor allem in Regionen mit einer geringen Masern-Durchimpfungsrate festgestellt. Masern können sich schnell und ungehindert bei nicht-immunen und ungeimpften Personen ausgebreiten. Sie können direkt durch enge Personenkotakte, aber auch durch Tröpfcheninfektion mittels  Husten oder Niesen verbreitet werden, aber auch durch den Kontakt mit infizierten Sekreten aus Nasen- und Rachenraum. Das Virus kann bis zu zwei Stunden aktiv in der Luft oder an Gegenständen ansteckend sein und jede nicht immune Person kann sich infizieren. 

Seit 1. März 2020 ist in Deutschland das Masernschutzgesetz in Kraft getreten

Das Masernschutzgesetz sieht vor, dass alle Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr beim Eintritt in die Schule oder den Kindergarten die von der STIKO (Ständigen Impfkommission) empfohlenen Masern-Impfungen vorweisen müssen. Das Bundesgesundheitsministerium weist darum hin, dass darüber hinaus auch bei der Betreuung durch eine Kindertagespflegeperson in der Regel ein Nachweis über die Masernimpfung erfolgen muss. Außerdem gilt das Masernschutzgesetz auch für Personen, die in Gemeinschaftseinrichtungen oder medizinischen Einrichtungen tätig sind wie Erzieher, Lehrer, Tagespflegepersonen und medizinisches Personal (soweit diese Personen nach 1970 geboren sind). Zudem müssen auch Asylbewerber und Flüchtlinge den Impfschutz vier Wochen nach Aufnahme in eine Gemeinschaftsunterkunft aufweisen.