Kinder

tucan
  • Kinder sind durch Infektionskrankheiten stärker gefährdet als Erwachsene.
  • Impfungen ab 2 Monaten: Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Haemophilus Influenzae b, Kinderlähmung, Hepatitis B, Pneumokokken (Konjugat), Japanische Enzephalitis, Meningokokken (C-Konjugat, B-Protein)
  • Impfungen ab 6 Monaten Influenza (Totimpfstoff) und ab 9 Monaten Gelbfieber und Masern.
  • Impfungen ab 1 Jahr: FSME, Hepatitis A, Typhus (oral), Meningokokken Meningitis (ACWY-Konjugat)
  • Impfungen ab 2 Jahren: Cholera, Influenza (Lebendimpfstoff), Typhus (Injektion)
  • Malaria-Prophylaxe: Die medikamentöse Malariaprophylaxe richtet sich nach Alter und Gewicht
  • Grundsätzlich wird eine Reise mit kleinen Kindern in Gebiete mit Malaria-Resistenzen (Teile Südostasiens) oder in Malaria-Hochrisikogebiete nicht empfohlen, da eine Malaria tropica gerade bei Kindern ein schnellen lebensgefährlichen Verlauf nehmen kann.
Kind, Reisen iStock/wojciech_gajda

Kinder sind durch Infektionskrankheiten stärker gefährdet als Erwachsene. Daher sollte bei jeder Fernreise in einer sorgfältigen Nutzen-Risiko-Abwägung gemeinsam mit einem Arzt die Schutzmaßnahmen für das Kind besprochen werden. Insbesondere Kurzreisen mit langen Flugreisen (z.B. Interkontinentalreisen) und kurzen Erholungszeiten im Reiseland unter fremden Lebensbedingungen, bedeuten für Kinder ein größere Umstellung als für Erwachsene. Mit großer Sensibilität können Kinder auf veränderte Tagesabläufe, ungewohnte Nahrungsmittel, Infektionen und Flüssigkeitsverluste reagieren, daher sind v.a. Abenteuer- und Trekkingreisen mit kleinen Kindern nicht empfohlen.

Malariarisiko bei Kindern

Reisen in Malaria-Risikogebiete, insbesondere in Resistenzregionen, ist mit Kindern (v.a. Säuglingen und Kleinkindern) nicht empfohlen. Ein guter und sorgfältiger Mückenschutz ist bei Kindern unbedingt erforderlich. Die medikamentöse Malariaprophylaxe richtet sich nach Alter und Gewicht. Jedes unklare Fieber ist grundsätzlich malariaverdächtig bis zum Beweis des Gegenteils. Bei Fieber sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. Eine Malaria tropica kann gerade bei Kindern ein schnellen lebensgefährlichen Verlauf nehmen.

Besondere Gefahren bei Kindern

Durch zweckmäßige Kleidung und Kopfbedeckung, sollten Kinder stets einen guten Sonnenschutz erhalten. Kinder nicht barfuß laufen, da das Barfußlaufen den Befall von Parasiten (z.B. Hakenwürmern) und die Verletzungsgefahr begünstigt. Kinder baden gerne in Gewässern. In Binnengewässern befinden sich jedoch viele Infektionserreger. Kinder sollten daher nicht in stehenden Gewässern baden. Am Meeresstrand oder im Pool bestehen - bei Anwesenheit einer Aufsichtspoerson - in aller Regel keine bedenken.

Impfempfehlungen für Kinder

Impfungen sollten möglichst rechtzeitig geplant und durchgeführt werden, damit bei der Abreise ein ausreichender Impfschutz besteht. Grundsätzlich benötigen Kinder die von der STIKO empfohlenen Standardimpfungen (gegen Diphtherie, Tetanus, Kinderlähmung, Hepatitis B, Keuchhusten, Haemophilus influenzae B, Windpocken, Masern, Mumps, Röteln) und ggf. zusätzlich individuell empfohlene Reiseimpfungen. Die gleichzeitige Gabe mehrerer Impfstoffe an verschiedenen Körperstellen wird in der Regel von den Kindern gut vertragen.

Für die Reiseimpfungen gelten folgende Altersbeschränkungen

Impfung Mindestalter
Cholera (Schulckimpfung) 2 Jahre
FSME 1 Jahr
Gelbfieber 9 (6) Monate
Hepatitis A 1 Jahr
Influenza
Totimpfstoff
Lebendimpfstoff
 
6 Monate
24 Monate
Japanische Enzephalitis 2 Monate
Masern  9 (6) Monate
Meningokokken Meningitis
C-Konjugat, B-Protein
ACWY-Konjugat
 
2 Monate
1 bzw. 2 Jahr(e)
Typhus
Schluckimpfung
Spritze
5 Jahre
2 Jahre
Tollwut keine Altersbeschränkung
Varizellen 9 Monate

Standardimpfungen gemäß STIKO:
Rotavirus-Schluckimpfung
Diphtherie, Keuchhusten,
Haemophilus influenzae b, Kinderlähmung,
Hepatitis B, Pneumokokken (Konjugat)

6 Wochen
2 Monate