Woran sollten Sie während der Reise denken?

tucan

Kurzinfo & Tipps

  • Um sich den Temperaturschwankungen flexibel anzupassen (v.a. bei Langflügen), empfiehlt es sich die Kleidung so zu wählen, dass sie schichtweise an- bzw. ausgezogen werden kann ("Zwiebelprinzip").
  • Berücksichtigen Sie bei der Einnahme von Dauermedikationen die Zeitverschiebungen (v.a. Diabetiker! oder bei Einnahme der „Pille“).
  • Auf regelmäßige Flüssigkeitszufuhr achten - auch wenn kein Durstgefühl besteht (bei heiß-trockenem Wetter mindestens 3,5 Liter pro Tag zuzüglich Ernährung).
  • Reisende (auch Fußgänger) sollten im Straßenverkehr fremder Länder aufgrund der anderen Verkehrslage doppelt wachsam sein.
  • Keine Tätowierungen, Piercing, o.ä. im Reiseland durchführen lassen (Gefahr der HIV und HCV-Infektion).
  • Taucher sollten nach dem letzten Tauchgang und dem Abflug mindestens 24 Stunden warten.
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Fragezeichen, Woran denken iStock/abluecup

Reisekleidung:

Um sich den Temperaturschwankungen flexibel anzupassen, empfiehlt es sich die Kleidung so zu wählen, dass sie schichtweise an- bzw. ausgezogen werden kann ("Zwiebelprinzip"). Daher empfihelt sich angemessene Kleidung, die während der Reise allen Temperaturschwankungen stand hält (z.B. Temperaturen im Abflugland, Abkühlung durch Nachtflug und Flugzeugklimaanlage, Temperatur im Ankunftsland).

Zeitumstellung

Berücksichtigen Sie bei der Einnahme von Dauermedikationen die Zeitverschiebungen v.a. Diabetiker! oder bei Einnahme der „Pille“ (vor der Reise Arzt befragen). Bei Fernreisen wird eine "Verlängerung" des Tages durch Flug in West-Richtung meist besser toleriert als eine "Verkürzung" durch Flug in Ost-Richtung. Die Umstellung auf die veränderten Zeitverhältnisse gelingt am ehesten, wenn dem Körper in den ersten 24-48 Stunden Gelegenheit gegeben wird, sich dem neuen (Schlaf- / Wach-) Rhythmus anzupassen. Körperliche und geistige Beanspruchung sollten dem angemessen sein.  Passen Sie sich dem Lebensrhythmus des Gastlandes an. Eine Siesta in der wärmsten Zeit des Tages tut dem Körper gut und gibt Ihnen Kraft für nachfolgende Aktivitäten. Meiden Sie die Mittagshitze und achten Sie auf ausreichende Trinkmengen!

Essen & Trinken

Auf regelmäßige Flüssigkeitszufuhr achten - auch wenn kein Durstgefühl besteht. Hierbei gelten bei heiß-trockenem Wetter mindestens 3,5 Liter pro Tag zuzüglich Ernährung. Nahrungsmittel von Straßenständen oder günstigen Straßenrestaurants sollten nach Möglichkeit vermieden werden,... da in der Regel nicht die erforderlichen Hygienemaßnahmen in der Nahrungszubereitung eingehalten werden können (v.a. Salate, roher Fisch/Fleisch, Speiseeis, etc.). Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist darüber hinaus für eine gute Verdauung unerlässlich. Der Urin sollte immer eine helle, klare Färbung haben. Dunkelgelber Urin ist (u.a.) ein Zeichen eines Flüssigkeitsmangels. Trinkwasserhygiene. Grundsätzlich sollte in den Tropen und Subtropen niemals Leitungswasser getrunken werden (auch nicht in den guten Hotels). Bei Trekkingtouren sollte eine Trinkwasserfilterung oder -entkeimung durchgeführt werden. Vorsicht bei Eiswürfeln. Nur industriell hergestellte Eiswürfel sind sicher.

Mücken- und Sonnenschutz

Wenn Sie sich in geschlossenen, klimatisierten Räumen aufhalten, ist das Risiko eines Mückenstiches gering. Tragen Sie möglichst langärmlige, langbeinige Kleidung. Je weniger freie Hautstellen Ihre Kleidung zulässtn, desto weniger Angriffsfläche bieten Sie den Mücken. Ungeschützte Hautstellen sollten mit einem Insektenabwehrmittel eingerieben werden. Vorsicht vor Sonnenbrand (starke Tropensonne). Sonnenbrände, vor allem bei Kindern und Jugendlichen bis zum 15. Lebensjahr, erhöhen das Hautkrebsrisiko um ein Vielfaches! Kinder sollten bei Badeurlauben am Strand T-Shirts und eine Kopfbedeckung tragen, als auch mit Sunblockcremes vor der starken UV-Strahlung (insbesondere am Wasser) geschützt werden.

Akklimatisation

Wenn Sie an niedrigem Blutdruck leiden, so werden sich die Beschwerden im Rahmen der Akklimatisierung zunächst verschlechtern. Vermeiden Sie in diesem Zeitraum den Aufenthalt in überfüllten Räumen und absturzgefährdete Tätigkeiten (z.B. Klettern, Bergsteigen). Wenn Ihnen schwindelig wird, setzen Sie sich in jedem Fall hin, ehe Sie das Bewusstsein verlieren. Bedenken Sie, dass nicht körperliche Schonung, sondern Aktivität den Kreislauf ankurbelt und die Beschwerden verbessert. Warme Kleidung, Medikamenteneinnahmen, Alkohol, Übergewicht oder unzureichende Trinkmengen können einen Hitzeschlag begünstigen. Achten Sie auf erste Anzeichen, wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, psychische und physische Unruhe, sowie eine trockene und heiße Haut. Für Trekking und/oder Expeditionen sind meistens mehrere Kleiderschichten erforderlich. Auf eine ausreichende Kopfbedeckung ist zu achten (bis zu 50% der Körperwärme wird über die Kopfregion abgegeben). Nasse Kleidungsstücke sollten nach Möglichkeit durch trockene Kleidung ersetzt werden. Eine Unterkühlung kann durch zunehmende körperliche Erschöpfung (z.B. beim Gebirgstrekking in tropischen und subtropischen Ländern) und nachlassender Wärmeproduktion entstehen und zu Kälteschäden führen. Auf die richtige Kleidung achten, körperliche Überbelastung meiden.

Aufenthalt am Reiseort

Viele Gifttiere bewegen sich im Dunkeln. Die meisten Schlangen sind Nachttiere. 90 % der Schlangenbisse sind am oder unterhalb des Fußknöchels. Beugen Sie vor: Nie auf der Erde schlafen (Kleidungsstücke, Schuhe, Nahrung etc. auf der Erde locken u.a. Spinnen, Skorpione und Schlangen an). Am Abend in der freien Natur Taschenlampe mitnehmen und festes über den Knöchel reichendes Schuhwerk anziehen. Niemals tote Gifttiere anfassen oder auf lebende Gifttiere zugehen bzw. auf Bäume klettern (Baumschlangen sind fast alle giftig)! Im Falle eines Gifttierunfalls bewahren Sie Ruhe und suchen Sie umgehend medizinische Hilfe auf. Nicht Barfußlaufen laufen, da das Barfußlaufen den Befall von Parasiten und die Verletzungsgefahr begünstigt. Tierkontakte mit fremden, streunenden Tieren sollten wegen der Tollwutgefahr immer vermieden werden. Der ungewohnte Straßenverkehr (z.B. Linksverkehr od. keine erkennbaren Straßenregeln in vielen südlichen Ländern) birgt für Reisende ein hohes Risiko. Rund 40 % der Repatriierungsflüge gehen auf Unfälle im Straßenverkehr zurück. Reisende (auch Fußgänger) sollten daher im Straßenverkehr fremder Länder aufgrund der anderen Verkehrslage doppelt wachsam sein. Keine Tätowierungen, Piercing, o.ä. im Reiseland durchführen lassen (Gefahr der HIV und HCV-Infektion). Keine ungeschützten Intimkontakte (Kondome bieten den einzigen Infektionsschutz vor HIV und sexuell übertragbaren Erkrankungen).

Flugreise & besondere Umstände

Taucher sollten nach dem letzten Tauchgang und dem Abflug mindestens 24 Stunden warten. Vegetarier oder Veganer sollten vor dem Abflug beim einchecken nach einem Sondermenü fragen. Da die Medikamente des Diabetikers lebensrettend sein können, sollte dem Verlust vorgebeugt werden, d.h. eine zweite Ration im Reisegepäck (nicht Koffer) mitgeführt werden. Immer genügend Traubenzucker, Kekse etc. auch bei kleinen Ausflügen mitnehmen (zeitl. Verspätungen mit einplanen). Insulin muss vor Frost und Hitze geschützt werden. Daher Insulin nicht im Reisekoffer des Flugzeuges mitführen (im Frachtraum sind oft Minustemperaturen). Kühlbox für Aufenthalt in heißen Länder mitnehmen; Ausreichende Mitnahme der persönlichen Dauermedikation für die gesamte Reisezeit kalkulieren (Reserve einpacken). Der Druckausgleich auf den Ohren beim Starten und Landen des Flugzeugs wird durch Schlucken, Trinken, Kaugummi Kauen oder Lutschen eines Bonbon beseitigt. Bei Säuglingen Sauger, Schnuller, ggf. Stillen. Der Körper verliert in der trockenen Kabinenluft Flüssigkeit durch Verdunsten. Haut und Schleimhäute trocknen daher aus. Eine Feuchtigkeitscreme verringert den Flüssigkeitsverlust. Während eines Fluges empfiehlt man ca. 150ml eines alkoholfreien Getränkes pro Stunde. Weitere Maßnahmen zur Vorbeugung gegen Austrocknung der Haut- und Schleimhäute sind Augentropfen (v.a. Kontaktlinsenträger) oder Augen- und Nasencreme (z.B. Augen-/Nasencreme), Haut- und Lippenbalsam (v.a. bei trockener Haut z.B. bei Personen mit allergischen Ekzemen, Neurodermitis, etc.). Zur Thrombosevorbeugung reichlich trinken, Bewegung, Bein- und Fußgymnastik (vor der Reise informieren), Thrombosestrümpfe, ggf. zusätzliche blutverdünnende Medikamente (z.B. Acetylsalicylsäure, Heparinspritze, etc.). Bei Nachtflügen ist warme Kleidung zur Vorbeugung von Erkältungskrankheiten ratsam. Personen mit Empfindlichkeit der oberen Atemwege sollten ein Halstuch mitführen. Sinnvoll für Langstreckenflüge ist eine Kleidung die schichtweise an- bzw. ausgezogen werden kann, um sich den Temperaturschwankungen flexibel anzupassen ("Zwiebelprinzip").

Reisekrankheit  & andere Gesundheitsprobleme

Bei Reisekrankheit sollte man Punkte in der Umgebung fixieren, bei Schiffsreisen Horizontlinie. Nach unten blicken verstärkt eher die Übelkeit. Wenn möglich legen Sie sich hin, Beine erhöht, Kopf ruhig halten. Einnahme einer stabilen Position möglichst nahe des Schwerpunkts des Fahrzeugs (Flugzeug: in Höhe der Tragflächen; Schiff: mittschiffs auf einem unteren Deck; Auto: als Beifahrer, in Bussen hinter dem Fahrer. Bei stärkeren Beschwerden können Medikamente eingenommen werden (Tabletten, Dragees, Kaugummis, und Pflaster mit z.B. Meclozin, Metoclopramid, Dimenhydrinat, Scopolamin-Pflaster. Pflanzliche Alternative: Ingwer). Schwangere und Frauen in der Menopause sollten sich gut vor Hitze schützen. Bei hohen Außentemperaturen muss der Körper verstärkt Wärme abgeben, was in der Folge zu einer erhöhten Belastung des Körperkreislaufs und zu Hitzewallungen führen kann. Frauen die die "Pille" einnehmen sollten bei Zeitverschiebung, verändertem Tagesrhythmus oder Durchfallerkrankungen daran denken, dass die Sicherheit der Verhütung herabgesetzt ist. In gesundheitlichen Notfällen hilft die Botschaftsvertretung vor Ort. Dort kann auch eine ärztliche Hilfe vor Ort angefragt werden.

Strom & Ausweise

Sollten Sie Ihre Ausweispapiere verlieren, so suchen Sie Ihre Botschaftsvertretung bzw. das Konsulat im Reiseland auf und geben Sie Ihre Papiere als vermisst an. Falls Sie Ausweiskopien angefertigt haben weisen Sie sich in der Zwischenzeit damit aus. Wenn Sie Kreditkarten vermissen, rufen Sie sofort die entsprechenden Firmen oder Geldinstitutionen an und lassen Sie die Nummer sperren. In der Regel werden in solchen Fällen von den meisten Kreditkartenfirmen Ersatzkarten vergeben, die Ihnen in kürzester Zeit nachgeschickt werden. Stromausfälle im Ausland sind nicht selten und können bei Ausfall medizinischer Geräte lebensbedrohliche Situationen hervorrufen. Begeben Sie sich nicht in Situationen, in denen über einen längeren Zeitraum möglicherweise kein Strom zum Betrieb der Geräte zur Verfügung steht (z.B. Patienten mit Trachealstoma).